Trailtrophy Breitenbrunn

24. Juni 2018 | Claudi | Rennfieber | Rennberichte,

Am vergangenen Wochenende ging ich voller Vorfreude zum dritten Stopp der bike-components TrailTrophy in Breitenbrunn an den Start. Für Samstag und Sonntag standen zwölf Stages und rund 40 km auf dem Plan. Das klingt im ersten Moment immer etwas wenig, ja fast lächerlich, doch die Stages hatten es teilweise in sich.

 

Da Enduro-Rennen für mich gleichzeitig das Treffen von Freunden und Erleben einer gemeinsamen Zeit sind, reisten wir am Freitag an. Das Motto „thespiritofenduro“ wurde auch gleich bei BBQ und Pumptrack-Battle gelebt. Wir ließen die Arbeitswoche ausklingen und genossen den Abend in entspannter Atmosphäre. Hach, so kann jedes Wochenende beginnen.

Tag 1 – Samstag:

Wo gehts lang? Die Strecken können auf Trailguide.net angesehen werden. Bild: Mr. proshooto – Dennis Stratmann

Im Briefing sprach Thomas Schlecking, noch von kleinen Überraschungen und Bemühungen die Wertungsprüfung möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Das ist auf jeden Fall gelungen! Gleich die erste und längste Stage des Tages ließ uns nach einer kurzen Einrollrunde in den Rollercoaster abbiegen. Ab sofort hieß es: in die Pedale treten, was das Zeug hält!!! Und treten, treten, treten. Hui, wo sind die starken Beine, wenn man sie mal braucht 😉

Nach einem kurzen Gegenanstieg (war es überhaupt ein richtiger Anstieg?) kam die erste „Neuinterpretation“ und schwer atmend rollte ich über losen Waldboden, gespickt mit einigen rutschigen, hängenden Wurzeln und typischen „Trailtrophy-Kurven“ durch den Wald. Eine meiner großen Stärken ist es, Wurzeln anzuschauen, auf denen ich NICHT wegrutschen will. Und so stand ich einmal entgegen der Fahrtrichtung und ein anderes Mal bin ich einfach vom Hang gerutscht.

Stage zwei führte uns zum Glibber Trail und machte echt Laune. Um anschließend den unendlich langen Anstieg aus dem Tal zum Stone Garden zu erklimmen. Doch hier war am höchsten Punkt ein Verpflegungspunkt mit Getränken und Riegel aufgebaut, der noch einmal für Motivation sorgte.

Im Stone Garden angekommen, treffe ich kaum eine gute Linie. So richtig flowig fühlt sich das nicht an.

Über Stock, äh Wurzel und Stein gehts im Stone Garden. Bild: Bike Components

Zielkurve in Stage 5 am Samstag. Bild: Mr. proshooto – Dennis Stratmann

 

 

Die letzten drei Stages am Samstag waren gefühlt sehr tretlastig. Aber vielleicht waren das auch meine müden Beine, die mir das suggerierten. Da zeigt sich, wer im Winter fleißig gesportelt hat und wer nicht.

Im Ziel angekommen heißt es – Zeiten vergleichen 😊 Hui ist das aufregend.

Am Abend gab es das wohlverdiente BBQ mit lecker Ofenkartoffel, Würstchen, Steaks, Rote Beete-Patty und Salaten. Bis auf unseren Jungstar wurden alle vom reichhaltigen ersten Gang satt 😀 Gemütlich sitzen wir am Lagerfeuer und lassen den Tag Revue passieren.

Gemütliche Abendstimmung auf dem Rabenberg. Bild: Mr. proshooto – Dennis Stratmann

Tag 2 – Sonntag:

Tag zwei führte uns nochmals über sechs weitere Stages und sollte nicht weniger anstrengend werden. Meine größte Sorge war das Wetter. Leider wurden für den Nachmittag Regenschauer angesagt und ich hoffte die ganze Zeit, trocken ins Ziel zu kommen.  Wir starteten entsprechend der Vortageszeiten. Das wartet machte einen mürbe. Aufgrund eines Sturzes verzögerte sich unser Start noch einmal um 30 Minuten. An dieser Stelle wünsche ich gute Besserung und hoffe, dass es dem Bruchpiloten wieder gut geht.

Die Beine sind noch müde vom Vortag. Und auch sonst war heute deutlich aufgeregter. Die erste Stage führte nach einem wirklich furchtbaren Gegenanstieg am Kletterwald vorbei und war im weiteren Verlauf ziemlich flowig. Doch leider verging bei mir der Flow, als ich dem vor mir gestarteten Fahrer auffuhr. So richtig Platz machen wollte er auch nicht. So begann ich Ihn ins Ziel zu schreien, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Liebe Männer da draußen, bitte nehmt auch auf die Damen Rücksicht!

Puh, schreien und atmen waren ziemlich anstrengend. Am Start von Stage 8 spürte ich noch immer die Anstrengung der letzten Stage. Im Kyril Trail habe ich immer meine Schwierigkeiten und so war mein Ziel halbwegs flüssig zu fahren und keinen Asthmaanfall zu bekommen. Bei so einem Rennen merkt man immer schön, wie fit man wirklich ist 😉

Am Start von Stage 11 sagte ich noch zuversichtlich dem Streckenposten, dass es nicht regnen würde bis wir im Ziel wären und er sich keine Sorgen machen solle. Leider hatte Petrus eine andere Meinung, und ließ es nach der Hälfte der Stage regnen. Echt jetzt?! Naaaa gut, aber noch etwas fühlte sich komisch an. Und so bemerkte ich, dass mein Dämpfer noch geschlossen war. Dank der schlauen Ingenieure vom Fox ist der Dämpfer auch wirklich fest. Typischer Anfängerfehler oder wie mir im Zielbereich gesagt wurde: typischer Frauenfehler. Ich holperte also mit meinem „150mm-Hardtail“ die Stage um „the Rock“ herunter und wünschte mir, während der Regen vom Himmel fiel, dass es endlich vorbei ist. Sehr verärgert über meine eigene Dummheit und dass es nun regnet fuhr ich ohne Pause zur nächsten Stage. Eigentlich machen wir nach den Stages immer eine kleine Pause und fahren als Gruppe weiter. Die letzten beiden Stages über „Summit Trail“ und „Final Flow“ waren noch einmal flüssig zu rollen, aber ohne große Highlights oder Überraschungen.

Schotterkurven am Sonntag. Bild: Bike Components

Wurzelpump auf Stage 8. Bild: Bike Components

Danke an das Orga-Team um Thomas Schlecking. Mein Dank gilt außerdem allen Streckenposten, vor allem dem Herrn an Stage 5!!! Mit motivierendem „Getröte“ wurde jeder Starter in die Stage entlassen. Dank für die Motivation! Bitte mehr davon 🙂

Die schnellste Frau des Wochenendes war Worldcup-Fahrerin Theresia Schwenk, mit einer wahnsinns Zeit von 31:45,07 Minuten. Gratulation und Respekt für diese Leistung! Gastfahrerin Anne und ich konnten uns dahinter auf den Plätzen zwei und drei in der Ambassador-Klasse einreihen.

Cooles Rennen! Cooles Wochenende!

Siegerehrung Ambassador Damen. Bild: Mr. proshooto – Dennis Stratmann

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