Testbericht Liv Intrigue Advanced 1

Trailbikes liegen derzeit voll im Trend. Das neue Liv Intrigue Advanced 1 schwimmt mit der aktuellen Welle mit und soll DAS Trailbike für Frauen sein. Wir das Rad, welches eine extra angepasste Damen-Geomtrie hat für euch getestet!

Das Intrigue- eine Schönheit in Schzwarz-Rot

Die Ausstattung

Liv entwickelt seine Bikes nach dem „3F-Design“, was für „Fit, Form and Function“ steht. „Fit“ meint die Passform, welche anhand von weltweiten Messungen des weiblichen Körpers basieren. „Form“ meint die Optik und das Design der Bikes, und „Function“ steht für neueste Technik; sprich es soll nicht einfach bestehende Technik kopiert sondern eigens neu- und weiterentwickelt werden.

Das Liv Intrigue gibt es in zwei Ausstattungsvariationenen: das günstigere Modell mit etwas einfacheren Federelementen für 3399,90€ und das Top-Modell für 4699,90€ mit High-End Ausstattung. Beide Modelle besitzen den gleichen, hochwertigen Carbon-Hauptrahmen mit Alu-Hinterbau der satte 140mm Federweg zur Verfügung stellt.

Unser Testrad ist das Top-Modell welches in einem schicken Schwarz-Metallicred daher kommt. Die Farbe „Metallicred“ macht dabei ihrem Namen ganze Ehre und glitzert im Sonnenlicht edel metallisch-golden (sehr schick!). Die Anbauteile sind nur vom Feinsten: vorne federt eine potente Fox 36 Performance Elite Float mit FIT4 Kartusche, der Maestro-Hinterbau am Heck wird von einem Fox DPX2 Dämpfer kontrolliert. Ein Highlight sind die elganten „schwarz auf mattschwarzen“ Carbon-Laufräder. Geschaltet wird mit der GX-Eagle Gruppe, die mit Truvativ Descendant Kurbeln kombiniert sind. Auf selbigen ist ein 30Zähne großes Kettenblatt montiert, welches in Kombination mit der großen 12-fach Kassette jeden noch so steilen Anstieg ermöglicht. Die Guide RS Bremsen kommen ebenfalls aus dem Hause SRAM und werden mit 180mm Scheiben gefahren.

Die Maxxis Highroller II Reifen zeigen ganz klar dass das Bike für grobes Gelände entwickelt worden ist. Schönes Detail: Liv liefert seine Mountainbikes von Haus aus Tubeless aus. Das spart Gewicht und bringt Pannensicherheit; Daumen hoch hierfür!

Lenker, Vorbau und die verstellbare Sattelstütze mit 100mm Verstellweg kommen aus dem Hause GIANT. Der Sattel ist von Liv entwickelt und besitzt ebenfalls eine eigens an die weibliche Anatomie angepasste Form.

Alle Leitungen, sind im Rahmen (also intern) verlegt, was zu einer sehr cleanen und aufgeräumten Optik des Rades führt. Auf den Kettenstreben und am Unterrohr schützen schön designte Gummi-Applikationen den Rahmen vor Steinschlägen und Lackabplatzern.

In Summe kommt das Bike auf ca. 12,4kg. Ein, wie wir finden, sehr guter Wert für ein Trailbike! Doch wie sagt man so schön, die inneren Werte zählen! Wie schlägt sich „Little red riding hood“ auf den Trails? Wir haben das Rad 3Wochen lang getestet und dabei sowohl im Bikepark als auch auf unseren Hometrails und auf Tour auf Herz und Nieren untersucht.

Bergauf

Der Lack glänzt im Sonnenlicht golden!

Die Sitzposition auf dem Intrigue ist angenehm ausgewogen. Man sitzt weder zu gestreckt noch zu aufrecht- Aufsteigen und Wohlfühlen. Der Stichpunkt „Fit“ aus dem 3F Design stimmt schon mal! Durch die leichten Laufräder und das geringe Gesamtgewicht klettert das Intrigue flink bergauf. Bei offenem Dämpfer stellt sich allerdings ein leichtes Wippen ein; wechselt man in den „Climb-Modus“ lässt sich das Heck allerdings effektiv beruhigen. Technische Anstiege sind für das Intrigue durch die angenehme Geometrie ein Kinderspiel. Für Liebhaberinnen des Wiegetritts lässt sich auch die Federgabel in den Climb-Modus versetzen; wir haben diese Funktion allerdings nicht wirklich genutzt. Der 780mm breite Lenker vermittelt viel Sicherheit; wem das zu breit sein sollte findet aber direkt auf der Liv-Homepage eine do-it-yourself-Anleitung zum Kürzen! Finden wir super!

Die von GIANT entwickelte Sattelstütze funktioniert einwandfrei und fährt geschmeidig ein und aus. Die Bedienung läuft hier über einen Trigger der an der Position des (nicht vorhandenen) Umwerfer-Schalthebels sitzt. Für alle die noch mit 2-fach Antrieben fahren, muss sich hier etwas umgewöhnt werden 😉

Der 1×12 Antrieb in Kombination mit dem 30Zahn-Kettenblatt haben wir in jeder Situation als völlig ausreichend empfunden. Anstiege die wir damit nicht mehr treten hätten können gab es nicht (wenn dann war es so steil dass wir ohnehin lieber geschoben haben).

Besonders positiv aufgefallen ist uns im Test der von Liv entwickelte Sattel. Man sitzt sehr bequem und auch bei längeren Anstiegen am Stück hatten wir keinerlei Schmerzen oder ähnliche Problemchen beim Sitzen! Eher so nach dem Motto: „Draufsetzen und vergessen“ 🙂

Allein die Griffe waren unserer Testerin etwas zu schmal, aber hier sind wir wohl etwas von unserem Sponsor SQlab verwöhnt.

Auf dem Trail

Auf Naturtrails ist das Intrigue zuhause! Der effiziente Maestro-Hinterbau bügelt Wurzeln und Felsen effektiv glatt, gibt aber gleichzeitig noch genug Rückmeldung vom Untergrund ohne schwammig zu wirken. Am meisten Spaß hatten wir mit dem Intrigue auf gemäßigteren Trails oder in sehr technischen Passagen die nicht mit hoher Geschwindigkeit gefahren werden. Durch die Geometrie die viel Sicherheit vermittelt, lässt es sich mit Leichtigkeit auch durch enge Spitzkehren zirkeln und auch steiles Gelände verliert viel von seinem Schrecken. Das geringe Gewicht lässt einen nach Kehren schnell wieder beschleunigen. Die Reifen von Maxxis erzeugen in jeder Lage ausreichend Grip, sowohl im Trockenen als auch auf feuchtem Herbstlaub konnten sie uns überzeugen.

Wird das Gelände gröber und schneller gibt der Hinterbau im „Descend“-Modus sehr großzügig Federweg frei. Für den Bikepark war uns das fast ein wenig zu großzügig und wir kassierten den ein oder anderen Durchschlag; die „Trail“-Plattform des Dämpfers hat hier aber effektiv Abhilfe geschaffen. Aber das Intrigue will kein Bikepark-Monster sein, von daher ist das völlig in Ordnung für ein All-Mountain. Die Fox 36 Federgabel ist eine Klasse für sich. Sie arbeitet soft und bügelt mit ihren 150mm Federweg alles glatt was ihr vor die Stollen kommt – super!

auch im Bikepark musste das Intrigue zeigen was es kann

Richtig viel Spaß hatten wir mit dem Intrigue auch beim Springen! Das Rad lässt sich leicht in die Luft ziehen. Die 3F-Geometrie positioniert Frau zentral auf dem Bike, wodurch das Vorderrad in die Luft ziehen zum Kinderspiel wird- und der Trail wird zum Spielplatz! Wir ertappten uns selbst dabei wie wir immer wieder anfingen an kleinen Wurzeln oder Felsabsätzen abzuziehen und Airtime zu sammeln.

 

Unser Fazit:

Wer eine Allzweck-Waffe für jedes Gelände sucht liegt mit dem Intrigue Advanved 1 goldrichtig! Durch das geringe Gewicht und die angenehme Sitzposition verlieren auch lange und längste Anstiege ihren Schrecken. Liv nimmt die Bezeichnung All-Mountain wörtlich: diese Rad ist für alle Trails geeignet; für die Feierabendrunde auf den Hometrails bis zum Alpencross.

schöne Details wohin man auch sieht. Hier der elegant gelöste Kettenstrebenschutz

 

Wir haben das Bike mit etwa 25% Sag beim Dämpfer und bei der Federgabel gefahren. Unser Testrad hatte Rahmengröße M, was uns bei einer Körpergröße von 1,70m perfekt gepasst hat.

Wen es im Detail interessiert inwiefern wir Frauen uns von Männern unterscheiden und warum eigene Geometrien für uns sinnvoll sind kann sich hier informieren: https://www.liv-cycling.com/global/liv-design-data

Ihr habt noch Fragen zum Test oder zum Bike? Kommentiert einfach hier oder schreibt uns auf Facebook oder Instagram!!

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