Skandinavien

Skandinavien

…lange habe ich überlegt ob ich (noch) etwas schreibe oder nicht… und wenn ja… wie und was schreibe ich am Besten? Worum es eigentlich geht? Um meinen mittlerweile vorletzten Urlaub in Skandinavien.

Geplant war ein Bike – und Wanderurlaub.

Biken vor allem im Bike Park und wandern, dort wo es uns gefällt und das Wetter passt – gern auch mit Zelt und Rucksack ein paar Tage im Nirgendwo. Für das Biken waren wir bestens vorbereitet, die Mädels aus meinem Team haben uns zur Hochzeit einen Skandinavien Atlas aufbereitet, der sämtliche Bike Parks mit Kurzbeschreibungen beinhaltete. So ging es Anfang August mit der Fähre von Saßnitz nach Trelleborg. Unser erstes Ziel sollte Kringelfjörden sein; auf dem Weg dorthin fuhren wir den Bikepark Sälen an. Am späten Nachmittag trafen wir am Park ein und uns kamen sehr viele MTBO Fahrer entgegen. Scheinbar war dort gerade ein größerer Event im Gange. Nun ja, das macht uns ja nichts, dann zelten wir in Gesellschaft. Also haben wir unser Zelt schnell aufgebaut und sind anschließend die Gegend erkunden gegangen. Währenddessen wurde der Himmel immer dunkler, bald fing es zu donnern an. Was machen wir nun? Wir sind noch am Anfang unserer Reise, Tag 2, in Südschweden, wollen wir uns jetzt wirklich schon einsauen?  Eigentlich nicht, also fix Zelt wieder zusammen gepackt und weiter in Richtung Kringelfjorden fahren. Gerade als wir alles im Auto hatten, war der Himmel düster und es schüttete dicke Bindfäden, also schnell weg von hier. Es dauerte kaum eine Stunde als wir wieder in sonniges Gebiet kamen. An einem Fluss der eher einem See ähnelte verbrachten wir die erste (regenfreie) Nacht auf einem „Lägerplatz“. Die nächsten Nächte waren wir zu Gast bei Freunden im Ferienhaus und gingen vor allem Wandern. Basti kannte die Gegend schon von einer früheren 800km Radtour mit seinem Kumpel, dessen Eltern stolze Besitzer des Häuschens sind.

Unsere Reise ging bald weiter in Richtung Kungsleden, unterwegs sahen wir sogar unseren ersten Elch. Ursprünglich wollten wir dort eine längere Biketour mit Zelt machen, jedoch haben wir die nur wenig Wanderradgeeigneten Enduros mitgenommen. So entschieden wir uns für eine Wanderung von Nikkaluokta bei Kiruna aus in Richtung Fjällstation Kebnekaise. Es war schon nachmittags und wir liefen noch ca. 12 km bis wir uns eine schöne Stelle zum Zelten suchten. Nachts raschelte immer mal etwas im Gras, wie sich am nächsten Morgen herausstellte waren wir umgeben von kleinen Lemmingen. Leider waren die kleinen Kerle so flink, dass wir kein Bild von Ihnen bekamen. Am nächsten Tag sind wir knapp 26km gelaufen – meine bis dato längste Wanderung…

Unser Hauptziel – Die Lofoten

Als wir wieder in der Zivilisation angekommen sind, stellten wir fest dass die Wettervorhersage für die Lofoten (unser Hauptziel) besser nicht sein konnte. Wir fuhren also von Schweden nach Norwegen und ich war sehr beeindruckt von der Natur. Schweden war schon toll – Norwegen war anders, aber auch toll. Die Lofoten waren klasse, spätestens zu diesem Zeitpunkt stand fest – hier müssen wir noch einmal hin.

Für die Lofoten hatten wir einen Outdoor Reiseführer mit Wanderungen und Bike Touren. Das erst Abendteuer war die Wanderung (oder besser Besteigung???) zum Djevelporten bei Svolvær. Dies ist ein Stein, eingeklemmt zwischen 2 Felsen (nicht verwechseln mit dem Touristenmagnet „Kjerag“ in Südnorwegen).

Als nächstes wurden dann endlich auch mal die Bikes gesattelt. Nach wie vor bei bestem Wetter, d.h. 20-25°C, ging es über eine Schafsweide zum „Smørdalskammen“. Es war herrlich, die Bilder sprechen glaub ich für sich. Wir hätten dort oben noch ewig sitzen können, doch wir wollten im Anschluss auch noch eine andere Tour ausprobieren. Diese sollte in Richtung „Justadtinden“ gehen, jedoch musste ich unterwegs resignieren. Ich war platt. Auf dem Rückweg kam uns dann tatsächlich noch ein (norwegischer) Wanderer entgegen, der uns auf Englisch erklärte wie sehr wir den Weg kaputt machen würden. Ähm ja, ok. Wir haben ihm erklärt dass wir auf den Wegen bleiben und dieser Weg als Radroute im Reiseführer empfohlen wurde. Er gab uns dann sogar noch einen Tipp für eine gute Bike Tour: Wir taten so, als wären wir dort vorher nicht schon gewesen und bedankten uns freundlich 😉

Zum Thema MTB zerstören die Wege sei generell noch gesagt: Wir sind in Skandinavien generell viele Wege gegangen, welche definitiv nicht mehr fahrbar sind. Wir haben nur auf manchen Wegen sehr selten Reifenspuren gesehen. Wenn ein Weg mal nicht so gut war, d.h. wenn er schlammig war, oder Sträucher am Rand rumgetreten wurden, dann ist dies vor allem durch die vielen Wanderer so „zerlatscht“ worden. Wer in einer solchen Gegend behauptet, die bösen Radfahrer zerstören den Weg, der soll mir jemanden zeigen, der dort überhaupt langfahren kann…

Die Tage vergingen und wir unternahmen noch viele weitere schöne Wandertouren und Ausflüge auf den Lofoten bei allerbestem Wetter. Einmal im Nordpolarmeer baden gehen – diesen Wunsch habe ich mir ebenso erfüllt wie das Zelten in einer einsamen Bucht mit Meerblick und vor allem dem Rauschen des Meeres die ganze Nacht hindurch. Die Lofoten sind wirklich sehr schön.

Nach ca. einer Woche Aufenthalt, mussten wir leider wieder gen Süden weiterziehen. Wir hatten uns noch einige Ziele gesetzt wie z.B. den Gletscher „Engebreen“ angucken, den Saltstraumen bewundern, die berühmte Küstenstraße befahren (bekannt für die Herbststürme, bei uns war es eher langweilig), die Trollstiegen befahren und vor allem auf die Trolltunga legen. Im Verhältnis zum bisherigen Urlaub sind dies alles sehr „touristische“ Ziele, entsprechend vielen Leuten sind wir ab dieser Zeit begegnet. Die Trollzunge war noch einmal ein besonderes Highlight. Mit Rucksack und Zelt nutzten wir einen der letzten Gutwettertage und stiefelten dem 11km langen und mit 1200hm bestückten Pfad hinauf. Es war eine gute Entscheidung, dort oben zu übernachten. Mit ca. 30 weiteren Leuten war es fast ein Massenauflauf, jedoch kamen uns beim Abstieg am nächsten Tag rund 440 „Tagesbesucher“ entgegen…

Das Wetter wurde zunehmend schlechter und unser letztes Ziel war Oslo – Kulturschock – so viele Menschen/ Autos/ Häuser. Als wir nach 2 regenreichen Tagen eine kleine Stadtbesichtigung unternahmen zeigte sich die Sonne ein letztes Mal für wenige Stunden. Doch unsere Reise war am Tag darauf auch schon vorbei und wir legten mit der Fähre bei Nieselregen gen Kiel ab.

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