Schnitzeljagd Sölden 23.06.2016

03. Juli 2016 | Franzi | Rennfieber | Events, Rennberichte,

Die Jagd nach dem goldenen Riesenschnitzel

Einen Masterplan erstellen, Checkpoints abfahren, Missionen erfüllen und das ganze mit dem Bike auf wunderbaren Naturtrails in einer atemberaubenden Bergkulisse, klingt nach Spaß und genau das macht es auch!
Vergangenes Wochenende starteten Gabi und Franzi, jeweils als Mixed-Team, bei der Schnitzeljagd in Sölden. Hierbei gilt es taktisch anhand einer Karte, die kurz vor dem Start ausgeteilt wird, die optimale Route zu wählen, um möglichst schnell alle Missionsstationen auf vier verschiedenen Almen anzufahren und sich alle Stempel an den Checkpoints auf den Trails abzuholen, denn auf das schnellste Team wartet das goldene Riesenschnitzel im Ziel!

Gabi:

27952990855_0e88613879_z25.06.2016, einer der ersten richtigen Sommertage in Tirol. Wir stehen auf über 3.000m und warten im Schnee in der Sonne bei angenehmen Temperaturen auf den Startschuss, damit wir endlich zu unseren Bikes laufen können!

Jonny und ich sind uns einig über unsere Renntaktik – so schnell wie möglich und ohne irgendwelche Defekte zur Mittelstation und dann weiter über die Rettenbachalm zu den ersten Check-Points und Stationen.

Puhhh, ich seh nix mehr, so viel Staub. Die zirka 800hm Forststraße bzw. Piste von der Berg- zur Mittelstation ließen es die Leute so richtig krachen, was auch bei vielen zu Platten, glühenden Scheibenbremsen und ettlichen weiteren Defekten führte.

Der Schnitzelpass

Der Schnitzelpass

An der Mittelstation angekommen teilte sich die Menge so langsam auf, die einen fuhren rechts Richtung Alpengasthof Sonneck und die anderen, wie wir, entschieden sich für links Richtung Rettenbachalm. Nach dem ersten Check-Point ging es runter zur Gampe Thaya Alm, wo uns die Scott-Station mit einem Parcours mit Mini-Bikes erwartete. Gentlemanlike übernahm die Aufgabe Jonny und trat so schnell es ging in die Minipedale.

Trailgaudi pur!

Trailgaudi pur!

Damit wir nicht zu viel Zeit verloren, schoben wir unsere Bikes ca. 100hm nach oben, um auf den ursprünglichen Weg zu kommen. Wieder im Tal angekommen, machten wir erst mal eine kleine Brotzeit auf einer Wiese mit wunderschönem Ausblick Richtung Timmelsjoch (bei einem Spassrennen, darf man sich so ein Päuschen ja auch mal gönnen). Gestärkt nahmen wir nun die 600 Holgermeter zur Stallwiesalm in Angriff, wo uns die Leatherman-Station erwartet. Ganz schön fies, wenn man vor der Trailabfahrt eine Schraube im Holz versenken muss. Der Trail von der Stallwiesalm nach Sölden ist mein absoluter Lieblingstrail, der fetzt einfach und so sind wir den auch ohne Unterbrechung mit einem Grinser im Gesicht, wie ein Honigkuchenpferd runtergebrettert.

Deuter-Slalom

Deuter-Slalom

Auf zum letzten Check-Point und zur letzten Station. Beim Alpengasthof Sonneck erwartete uns Deuter mit einem Slalom, wo einer den anderen Blind mit nur gut zureden ohne Anfassen durchbringen musste. Jetzt hieß es nur noch schnell zum letzten Check-Point und dann ab ins Ziel, denn hinter uns entdeckten wir noch ein Mixed-Team, das uns gefährlich nahe kam. Schlussendlich schafften wir es aber noch 24 Sekunden vorher ins Ziel.

 

Franzi:

Nachdem eine Kommilitonin mich bestimmt schon 3 Mal gefragt hatte ob ich denn nicht Lust hätte an der Schnitzeljagd in Sölden teilzunehmen und bisher jedes Jahr irgendetwas dazwischen kam, war es dieses Jahr endlich soweit: Ich war mit meinem Freund als Mixed-Team gemeldet.
Unser Plan war es Spaß zu haben, nette Leute zu treffen und möglichst viele Trails mitzunehmen. Auf die kleinen Missionen, die es zwischendurch zu erledigen gab, waren wir schon sehr gespannt.

Mit dem Erhalt des Stempelpasses auf der Bergstation begann das eifrige Planen und Rätseln, was denn taktisch die klügste Route sei und wir kamen zu dem Schluss, dass wir zuerst zur Rettenbachalm fahren, dann über den Trail zur Gampe Taya, anschließend trailabwärts ins Tal, dann rauftreten zur Stallwiesalm, Trail abfahren und zum Schluss nochmal mit der Bahn rauf zur Mittelstation um die letzte Mission zu erfüllen und auf dem Rückweg ins Tal den letzten Checkpoint zu passieren.

27673958130_698401e7e5_zDer Startschuss fällt, wir laufen zu unseren Rädern und ab geht es! Die ersten 900 hm von der Bergstation bis zur Mittelstation müssen auf einer losen, groben Schotterpiste vernichtet werden. Ich schleiche wie eine Schnecke, aber Safety first – kein Sturz und kein Defekt. Erst auf dem ersten Trail bin ich wieder in meinem Element und wir können einige Teams überholen. Schon holen wir uns unseren ersten Stempel und Tobi schlägt sich ganz wacker mit dem Kinderrad bei Mission Nr. 1. Schnell das Rad wieder den kurzen Trail rauftragen, schließlich ist das der kürzeste Weg – aber auch sehr anstrengend.

Zum Glück geht es zu Mission 2 „Sackhüpfen mit Laufradtaschen von Continental“ und zum nächsten Checkpoint nur noch Trail abwärts. Hartnäckig versuchen wir das Mixed-Team knapp vor uns zu fangen.

Leatherman-Mission

Leatherman-Mission

Auch wenn das ganze hauptsächlich eine Spaßveranstaltung ist, unser Ehrgeiz und Kampfgeist wurden geweckt und so überholen wir bergauf zu Mission Nr. 3 an der Stallwiesalm Stück für Stück andere Teams, um möglichst vor ihnen mit einem Leatherman zwei Schrauben in einem Holz zu versenken.

27340780004_e4f2183185_zDen nächsten Trail kennen wir schon von unserem letzten Sommerurlaub in Sölden und die Freude ist riesig, mit einem fetten Grinsen überholen wir ein Team am nächsten Checkpoint und freuen uns noch mehr, als wir feststellen dass der Trail auch noch schneller ist als die Schotterabfahrt, leider kennt sich das Team vor uns im Ort etwas besser aus, so dass sie uns aus der Gondel vor uns mit einem lässigen: „Ja habts ihr noch a Brotzeit g’macht?“ begrüßen 😉

In der Gondel checken wir nochmal unseren Stempelpass, füllen unsere Speicher auf und sind uns einig, dass wir den „Nene-Trail“, einer meiner Lieblingstrails, auf dem Weg zur nächsten Mission unbedingt mitnehmen, auch wenn der Schotterweg evtl. etwas schneller ist. Gesagt, getan! Schnell noch blind den Deuter-Slalom absolvieren und ab geht es auf den letzten Teil des „Nene-Trails“. Jetzt bin ich so richtig im Flow angekommen und wir sausen rasant bergab ins Ziel.

Foto: Christoph Bayer

Siegerehrung der Mixed-Teams

Als Holger von den Rasenmäher uns im Ziel begrüßt und uns zum ersten Platz in der Mixed-Kategorie gratuliert, können wir es gar nicht fassen!
Vor Freude und da das Flow-Gefühl immernoch anhält, gondeln wir gleich nochmal hoch und schlängeln uns mit über 130 Kurven auf der Teäre Line wieder gen Tal.

 

Das gemeinsamen Schnitzelessen und die SRAM-Party am Abend rundeten diese wunderbare Veranstaltung hervorragend ab.Und so ist es immer wieder ein tolles Gaudi-Event, mit super Leuten, viel Spass, noch mehr Trails und einem goldenen Schnitzel mit Pommes am Ende.

Fotos: Christoph Bayer
Alle Ergebnisse und noch mehr tolle Bilder findet ihr hier

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