Monatsfrau Oktober: Julia Hobson

21. Oktober 2016 | Jule | Persönlichkeiten | Monatsfrauen,

Foto: Mike Peffers

Foto: Mike Peffers

„Das Leben ist zu kurz … für Knäckebrot, um schlechte Bikes zu fahren, um schlechten Kaffee zu trinken, …“ – Lebensweisheiten wie diese begleiten uns auf Schritt und Schritt und bringen uns zum Schmunzeln, eher selten zum Handeln. Für Julia Hobson dagegen ist der Ausspruch „Life is too short not to do the things that you love and that make you happy” zum zentralen Lebensmotto geworden. Denn das Leben hat ihr eine schmerzhafte Lektion erteilt: Nach nur 4 Monaten auf Weltreise – die Erfüllung eines gemeinsamen Traumes – verlor sie ihren über alles geliebten Ehemann, Seelenverwandten und Sportpartner bei einem Unfall und musste mit ansehen, wie ihre Welt zerbrach.
Als „Bikenomadin und -Abenteurerin“ hat sie sich ihr Leben Stück für Stück neu aufgebaut.
„MTB saved my life!“,  sagt sie im Rückblick. “Through it I have built up a new life for myself that I love.” Von dieser Liebe und ihren Erfahrungen möchte sie als Botschafterin der Frauen-Bikemarke „Juliana“, als passionierter Bike-Guide und auch hier in unserem Monatsfrauen-Interview anderen etwas mit auf den Weg geben…

Wann und wie hast du mit dem Mountainbiken begonnen?
My first Mountain Bike ride was 14 years ago, during a University Climbing Club trip to North Wales. It was too wet to climb, so I borrowed an old rigid bike and joined the mountain bikers in the group who were heading up Snowdon, the highest Mountain in Wales. It was cold, wet, steep up and down, muddy, rocky and terrifying, as the brakes didn’t work, and I remember crashing a lot and having to get off on the really scary bits…..but I loved it! I immediately spent my next student loan on a bike and from then on was hooked! I would tag along with the groups of boys going out each weekend and try to keep up…my flatmates would see me returning covered in mud but with a huge smile and I think they just thought I was mad!

Vor 14 Jahren saß ich das erste Mal auf deinem Bike – während eines Ausflugs des Uni Kletter-Clubs nach North Wales. Es war zu nass um zu klettern, also hab ich mir ein altes, Hardtail  geliehen und mich den Bikern in der Gruppe angeschlossen, die hinauf zum Snowdon wollten – dem höchsten Berg in Wales. Es war kalt, nass und matschig, ging steil rauf und runter, war felsig und mächtig Angst einflößend als die Bremsen versagten, und ich erinnere mich daran, dass es mich einige Mal geschmissen hat und ich an den heftigsten Stellen absteigen musste … aber ich war begeistert!
Die nächste Rate meines Studentenkredits floss sofort in ein Bike und von da an war ich infiziert! Jedes Wochenende bin ich mit einer Gruppe Jungs raus und hab versucht, irgendwie mitzukommen. Meine Zimmergenossen sahen mich jedes Mal Matsch verschmiert und mit einem riesengroßen Grinsen zurückkommen und dachte nur noch, „Die spinnt“.

Was gefällt dir am besten am Mountainbiken? Was macht es besonders im Vergleich mit anderen Sportarten?
There are so many things that I love about mountain biking. One of the biggest things I love is the way bikes can take you to explore some of the most beautiful, wild, unspoilt parts of the World. Away from busy roads and towns and too many people, to peaceful woodlands, incredible mountain summits, and places where you feel humbled by the beauty of the natural world all around you. How many other sports would you get up at the crack of dawn to ride to the top of a mountain to watch the sun rise? Or share a sunset beer with friends after an epic journey on sublime trails through amazing mountains? I’ve been lucky to travel to so many incredible places through mountain biking, and met some truly wonderful people too, many of whom have stayed great friends. I love that biking is a great leveller. It doesn’t matter what you do, how much money you earn, or where you come from…. when you’re out on bikes all that matters is that you have a shared passion for riding great trails and having fun, and so it breaks down barriers and brings all sorts of different people together in a way that many other sports don’t.

Was waren dein schönstes und dein schlimmstes Bike-Erlebniss?
Wow, that’s a tough question! There have been so many great days spent on bikes. Some of the best days of my life. I guess the thing that answers both of these questions in one though is my experience riding from Land’s End (the most south-westerley tip of the UK) to John O’Groats (the furthest northerly point) off-road and self-supported. I did this in May 2012, taking 23 days to cover the 2200km and 48000m of climbing and descending.
I lost my husband Gareth, my best friend, soulmate and adventure companion of 10 years, suddenly in an accident in November 2011, and my whole World fell apart. I could barely focus on making it through each day, never mind thinking about what the future was going to hold, and how I could begin to go on and build a new life from scratch, without the one person who I had thought I would share my whole life with. Going out on my bike gave me time to get away from the rest of the world, where it seemed everything was carrying on like nothing had happened…a very confusing place when I felt like nothing made sense anymore. I felt like I didn’t belong. But out on my bike I could escape from this, to places where I could cry in despair, scream in frustration, smile at memories and grieve in my own way.

"Wedding day with my wonderful late husband Gareth." Foto: Ben Hale

„Wedding day with my wonderful late husband Gareth.“ Foto: Ben Hale

Wow, das ist eine schwierige Frage! Ich hab so viele tolle Tage auf dem Bike verbracht – einige davon waren die besten Tage meines Lebens. Ich denke, das Event, das beide Fragen auf einmal beantwortet, war mein Adventure-Biketrip von Land’s End (der südwestlichsten Spitze Great Britain’s) nach John O’Goats (dem nördlichsten Punkt) – offroad und ohne Unterstützung von außen. Das war im Mai 2012. 23 Tage war ich damals unterwegs, 2.200km und 48.000Hm rauf und runter.
Ich hatte im November zuvor von einem Tag auf den anderen meinen Ehemann Gareth – zugleich mein bester Freund, Soulmate und Reisepartner der letzten 10 Jahre – bei einem Unfall verloren und meine ganze Welt war aus den Fugen geraten. Ich schaffte es kaum, den nächsten Tag zu bewältigen und konnte mir nicht vorstellen, wie die Zukunft aussehen würde und wie ich es anfangen sollte, mich aufzuraffen und mein Leben von Grund auf neu aufzubauen – ohne die Person an meiner Seite, mit der ich eigentlich den Rest meines Leben geplant hatte. Raus aufs Bike zu gehen gab mir die Gelegenheit vor dem Rest der Welt zu fliehen, wo scheinbar alles einfach weiterlief, so als wäre nichts passiert … eine sehr verwirrende Welt für mich, in der einfach nichts mehr Sinn zu machen schien und in die ich einfach nicht mehr reinpasste. Doch auf dem Rad konnte ich dem entkommen; es brachte mich an Orte, an denen ich vor Verzweiflung schreien und vor Frust weinen, über Erinnerungen leise schmunzeln und so auf meine Art trauern konnte.

I wanted a challenge that would give me something to focus on, an adventure of the kind I had always undertaken with Gareth, but this time on my own, and with a few friends for company every few days. The challenge was physically and mentally the hardest but most amazing thing I have ever done. Grief is tiring, and having done literally nothing for 6 months except carry the weight of my sadness around with me, I was the least fit I have probably ever been in my life. There were hours each day spent crying as I cycled along, and days where I could barely keep moving I was so tired, but moments too where it felt like Gareth was right there with me encouraging me when I needed it. The ride allowed me time to slowly begin to think what to do next…it was a turning point for me, and the very start of my new life. I missed Gareth more than words can describe, and to be doing something so big without him made me feel incredibly sad, especially when I finished and he wasn’t there to congratulate me or hear all my stories. But I also felt how proud he would have been of me to complete such a huge thing, and I realised that through all my amazing memories of our years together, he would always be with me.

In dieser Situation suchte ich nach einer Herausforderung, ein Ziel auf das ich mich fokussieren konnte – ein Abendteuer der Art, wie ich sie immer mit Gareth unternommen hatte – nur diesmal mit mir alleine  und immer wieder mal mit ein paar Freunden als Gesellschaft für einige Tage. Die Tour war körperlich und psychisch die härteste aber auch unglaublichste Erfahrung meines Lebens. Trauer macht müde und nachdem ich 6 Monate nichts gemacht hatte als die Schwere meiner Traurigkeit mit mir herum zu tragen, war ich so unfit wie nie. An manchen Tagen auf der Tour saß ich stundenlang weinend auf dem Rad, an anderen konnte ich vor lauter Müdigkeit kaum kurbeln; aber es gab auch Momente, in denen ich das Gefühl hatte, Gareth wäre da, direkt neben mir, und würde mir  Mut zureden wenn ich ihn am dringendsten brauche. Der Trip gab mir Zeit um langsam wieder meine Gedanken auf das „wie nun weiter?“ zu  richten …  ein echter Wendepunkt für mich und der zarte Anfang meines neuen Lebens. Ich habe Gareth dabei mehr vermisst als ich mit Worten beschreiben kann, und etwas so Großes ohne ihn zu machen, machte mich unsäglich traurig – besonders als ich schließlich ankam und er nicht da war, um mir zu gratulieren und sich all meine Geschichten anzuhören. Aber ich fühlte auch, wie stolz er auf mich gewesen wäre und mir wurde klar, dass er in all den wunderbaren Erinnerungen an unsere gemeinsamen Jahre immer bei mir bleiben würde.

Heute führst du so etwas wie ein “Nomadenleben”, nennst deinen Van dein Zuhause und verbringst quasi jeden Tag auf dem Bike: hast du das gezielt so geplant – oder hat sich das einfach so entwickelt?
I have definitely been a nomad these last 5 years! But that has been just fine for me. It was never something I planned, but when Gareth died and my life changed, I initially felt I didn’t want to be in one place because I didn’t know where “Home” was. We had a house in Sheffield, where we had lived for many years, but I couldn’t bear to live there without Gareth, in a house full of all the memories of the two of us together….it would have torn my already broken heart apart. I felt very unsettled, and it felt easier to keep moving to new and different places as I tried to build a new life. I’m happy now in the life I have, but I haven’t figured out a place I want to settle again just yet…But I’m OK with that. I know when the time is right, I’ll find somewhere that I know I’ll want to stay for a while, until then my van (and my parent’s farm when I’m back in the UK!) is my home.

Ich war definitiv ein Nomade diese letzten 5 Jahre! Aber das war gerade gut für mich. Ich habe das so nicht geplant, aber nach dem Tod von Gareth hatte ich das Gefühl nicht mehr an einem bestimmten Ort sein zu wollen, weil ich schlicht nicht mehr wusste, wo „Zuhause“ ist. Wir hatten ein Haus in Sheffield in dem wir viele Jahre gelebt hatten, aber ich konnte es nicht ertragen dort, wo alles voller gemeinsamer Erinnerungen war, alleine zu leben – es hätte mein eh schon gebrochenes Herz noch zerrissen. Ich war schrecklich unruhig und es fühlte sich einfacher an, zu immer anderen, neuen Orten unterwegs zu sein, während ich versuchte, ein neues Leben aufzubauen. Ich bin glücklich jetzt mit dem Leben, das ich führe, aber ich habe noch keinen Ort gefunden an dem ich mich wieder niederlassen möchte. Aber das ist ok für mich! Ich weiß, wenn die Zeit reif ist, werde ich einen Ort finden, und wissen: Hier möchte ich ein Weilchen bleiben. Bis dahin ist mein Van (und die Farm meines Vaters, wenn ich mal wieder in GB bin) mein Zuhause.

As for riding my bike almost every day, well…, it was my coping mechanism for grief to start with, somewhere I could think more clearly and feel calmer, and closer to Gareth too. Now it’s my job and I’m so used to biking being an everyday part of my life that it feels strange when I’m not out riding, for work or my own adventures! I’ve learnt first-hand that Life is too short not to do the things that you love and that make you happy, and for me that means a job where I get to be in the places I love, riding bikes for a living, and hopefully sharing some of the incredible experiences I’ve been lucky to have, with other people.

Und was das tägliche Biken angeht: Am Anfang war es eben mein Weg zu trauern, eine Möglichkeit, klarer zu denken und ruhiger zu werden – und auch, mich näher bei Gareth zu fühlen. Heute ist es mein Job und ich habe mich so daran gewöhnt, jeden Tag auf dem Bike zu sitzen, dass es sich seltsam anfühlt, wenn ich mal nicht damit draußen bin.  Ich habe am eigenen Körper erfahren, dass das Leben zu kurz ist, um nicht die Dinge zu tun, die man liebt und die einen glücklich machen – und für mich bedeutet das nun mal ein Job der mich an Orte bringt die ich liebe, meinen Lebensunterhalt durchs Biken zu bestreiten und hoffentlich ein paar der unglaublichen Dinge die ich glücklicherweise erleben darf, mit anderen zu teilen.

[Fotos: Rupert Fowler, Phil Hall, Ben Jones, James Thacker]

Erinnert dich das Biken und Reisen nicht (schmerzlich) Tag für Tags aufs Neue an deinen schrecklichen Verlust? Wie gehst du damit um?
I think of Gareth every time I ride my bike, every time I’m out in the hills, when I’m driving in the van, and when I wake up each morning…in fact I think of him all the time. It would be impossible not to after 10 very special years together with someone who was my soulmate, and with whom I shared so much. Sometimes there are tough days where yes, that’s still really painful, I miss him more than I can describe, and I long for him still to be here…I know that will always be hard to accept. I’ve learnt that you don’t ever “Get over” losing your husband, and the grief and sadness doesn’t ever get any smaller…I think you just grow around it so the broken part of your heart becomes a smaller part of who you are.  Losing Gareth has been the worst, most unimagineable thing that has happened in my life, but I feel like I’ve managed to use what I’ve learnt from such an awful experience to make choices and direct my life in a way that now embraces all that is important to me, and allows me to make the most of every day, and to be happy.

Ich denke an Gareth jedes Mal, wenn ich auf dem Bike sitze, wenn ich draußen in den Bergen bin, wenn ich im Van fahre, wenn ich morgens aufwache …. Eigentlich denke ich immer an ihn – alles andere wäre undenkbar nach 10 so außergewöhnlichen Jahren in denen uns so vieles verband. Es gibt immer noch sehr harte Tage, an denen das sehr schmerzvoll ist und an denen ich ihn so sehr vermisse und mich danach sehne, dass er da wäre …. Und ich weiß, seinen Verlust zu akzeptieren wird immer hart bleiben. Ich habe lernen müssen, dass man niemals darüber „hinweg kommt“, seinen Mann zu verlieren und dass die Trauer und Traurigkeit niemals kleiner werden werden… Aber ich denke, man wächst „drum herum“, bis schließlich der gebrochene Teil deines Herzens kleiner wird als der Rest deiner Person. Gareth zu verlieren war das Schlimmste, Unvorstellbarste in meinem Leben, aber ich habe das Gefühl, dass ich gelernt habe, diese schlimme Erfahrung bewusst zu nutzen, um Entscheidungen zu treffen und mein Leben in eine Richtung zu bewegen, die all das einschließt, was mir wichtig ist und die es mir erlaubt, das Beste aus jedem Tag herauszuholen – und glücklich zu sein.

I love now the way a memory pops into my head when I revisit a place we travelled to together, or I hear in my head the words he would have said at a given moment, and especially at times when I’m feeling nervous, lacking courage, or have a difficult decision to make, times when I would have relied on his support or encouragement, I can actually picture his face and what he would say to me, and I draw a lot of inner strength from that. Gareth was an amazing mountain biker, and I know he would be very proud of what I am doing with my life now, and how well I’m riding. I often still feel like he’s just out of sight, just around the next corner of the trail, waiting for me to try and catch up…

Heute liebe ich es, wenn an Orten, an denen wir schon einmal gemeinsam waren Erinnerungen in mir aufploppen oder wenn ich die Worte in meinem Kopf höre, die er in einer bestimmten Situation zu mir gesagt hätte – besonders wenn ich mich unsicher oder mutlos fühle oder Schwierigkeiten habe, eine Entscheidung zu treffen – Situationen in denen ich mich auf seine Unterstützung verlassen hätte. Ich kann mir sogar sein Gesicht dabei vorstellen und das gibt mir eine Menge Stärke. Gareth war ein hervorragender Mountainbiker, und ich weiß, es wäre sehr stolz darauf zu sehen, was ich aus meinem Leben gemacht habe und wie gut nun auch ich fahre. Ich habe immer noch oft das Gefühl, er ist nur kurz außer Sicht, gerade um Ecks auf dem Trail, um dort drauf zu warten, dass ich versuche, dran zu bleiben und nachzukommen.

(Warum) Wird dir das Biken niemals langweilig?
Never! Biking can be anything you want it to be and a million different things! From a huge multi-day adventure in the mountains, to exploring new trails, to a quick blast along local trails with friends, an overnight stay at a hut, to a pump track session, to racing all manner of different events. It can be a relaxing ride, a training ride, Add to this my work…guiding is such a varied and constantly changing job…different trails, different guests, different weather conditions, decisions needed to be made constantly as a leader. And when your work takes you to places where your “office View” is as beautiful as mine is most days, how could you ever be bored?!

Niemals! Biken ist so endlos vielfältig und kann einfach alles sein: Von einem großen, mehrtägigen Abenteuer in den Bergen, über das Erforschen neuer Trails, zu einer kurzen Spritztour mit Freunden auf dem Haustrail; von einem Übernachtungstrip in einer Hütte, über eine Pump Track Session hin zu ganz unterschiedlichen Rennevents. Es kann eine entspannte Ausfahrt oder eine Trainingseinheit sein … Und nimm meinem Job: Guiden ist so ein vielseitiger Job, der sich stets verändert – andere Trails, andere Gäste, anderes Wetter, immer neue Entscheidungen die man als Führer treffen muss. Und wenn dich deine Arbeit an Orte bringt an denen dein „Blick aus dem Bürofenster“ so wunderschön ist wie meiner an den meisten Tagen – wie kann das jemals langweilig werden?

[Fotos: Sven Martin, Phil Hall, Roo Fowler]

Was magst du an deinem heutigen Leben am liebsten – was vielleicht weniger?
I learnt the hard way that even when you think everything is under control and you are in charge of your future and your dreams, things can happen that you have no control over and that leave you having to start all over again. So I no longer plan too far ahead. I make rough plans and ensure my guiding season is as full as possible, but then as opportunities arise, I am able to take them and they often lead to new experiences, new friends, and new places that I could not have foreseen. That’s a really good part of my current lifestyle. It’s meant I’ve been to places and done things I couldn’t have imagined before.
I guess the hardest part of it is, that even though I’m constantly surrounded by, and working with people, it can be quite a lonely life. Especially when rides, climbs, or days out with people come to an end, at the time when I’d have been heading home with Gareth, chatting about the day together, sharing memories, enjoying the peace and ease of each other’s company. I’ve grown to be comfortable with my own company, and I like having some time on my own too, but I hope one day I will find someone I want to share this life with again.

Ich habe es auf die harte Tour gelernt, dass – selbst, wenn man glaubt, man hätte alles im Griff und man wäre Herr über seine Zukunft und Träume – Dinge passieren können, über die man keine Kontrolle hat und die einen vor die Herausforderung stellen, dass man nochmal von vorne anfangen muss. Von daher plane ich nicht zu weit voraus. Ich mache grobe Pläne und stelle sicher, dass meine Guiding Saison so voll wie möglich ist, aber ich lasse die Möglichkeit offen, Gelegenheiten die sich ergeben, zu ergreifen – denn gerade die führen oft zu neuen Erfahrungen, neuen Freunden oder an neue Orte, die ich niemals hätte voraussehen können. Das ist der wirklich gute Teil an meinem jetzigen Lebensstil.
Ich denke, der härteste Teil ist, dass es – selbst wenn ich eigentlich immer von Menschen umgeben bin – manchmal auch ein ziemlich einsames Leben sein kann. Besonders dann, wenn die Bike- oder Klettertouren oder die Tage draußen mit Freunden zu Ende gehen und ich mich eigentlich mit Gareth auf dem Heimweg gemacht hätte, wir gemeinsam den Tag nochmal Revue hätten passieren lassen und einfach den Frieden und die Gesellschaft des anderen genossen hätten. Ich habe mich daran gewöhnt, mit mir selbst zufrieden zu sein und ich genieße es auch, Zeit für mich alleine zu haben, aber ich hoffe dennoch eines Tages wieder jemanden zu finden, mit dem ich mein Leben wieder teilen möchte.

Du hast nach deinem Studium einige Jahre als Physiotherapeut gearbeitet. Kannst du dir vorstellen, eines Tages in einen „normalen Job“ zurück zu kehren?
At this moment I don’t think so, but as none of us really know where life will take us next, never say never! I loved working as a physio for a while, but that was a different chapter of my life, and now I honestly couldn’t imagine a routine life with a daily commute and an indoor job…I would go crazy! Being happy in life, and passionate about what I do, is more important to me than the amount of money I earn…which is good, because you will never be rich being a Guide! But I have a job now that I truly love, that I look forward to each day, and that gives me life-enriching experiences with wonderful people…and that to me means I am richer than any millionaire could ever be.

Derzeit nicht. Aber nachdem keiner weiß, wohin einen das Leben führt sag niemals nie. Ich fand es toll, als Physiotherapeut zu arbeiten, aber das war in einem anderen Kapitel meines Lebens und jetzt könnte ich es mir, ehrlich gesagt, so ein „Routine-Leben“ mit täglicher Pendelei in eine „Indoor-Arbeit“ nicht vorstellen. Ich würde verrückt werden!
Glücklich im Leben zu sein und mit Leidenschaft bei dem was man tut ist mir wichtiger als viel Geld zu verdienen …. Was gut ist, denn als Guide wird man niemals reich! Aber ich habe einen Job, den ich wirklich liebe, auf den ich mich jeden Tag aufs Neue freue und der mir lebensbereichernde Erfahrungen ermöglicht und mich wundervolle Menschen treffen lässt. Das macht mich reicher als es ein Millionär jemals sein könnte.

Wie stellst du dir dein Leben vor – in 5, 10, 40 Jahren?
I don’t! I just concentrate on living each year by year, making the most of every day, and being grateful for everything I have, filling my life with as many amazing experiences as I can and never saying no to any opportunities that arise. Who knows what the future will bring but I look forward to finding out. This year has trips to race in Colorado and Nepal planned, as well as guiding throughout the summer in the Alps, riding the Tour of the Matterhorn with friends, possibly some trail exploring in Peru, and completing the next stage of my Ski Instructor Training!

Gar nicht! I konzentriere mich drauf von Jahr zu Jahr zu leben und das  Beste aus jedem Tag zu machen. Darauf, dankbar zu sein für alles, was ich habe und mein Leben mit so vielen aufregenden Erfahrungen wie möglich zu erfüllen – und darauf, niemals nein zu Gelegenheiten zu sagen, die sich auftun. Wer weiß, was die Zukunft bringt?  Aber ich freue mich darauf, es herauszufinden.
In diesem Jahr stehen auf meinem Plan 2 Reisen zu Rennen nach Colorado und Nepal sowie über den Sommer Guiding in den Alpen, die „Tour Matterhorn“ mit Freunden und möglicherweise ein wenig „Trail exploring“ in Peru …. Und die nächste Stufe meiner Skilehrer-Ausbildung!

Wie siehst du deine Rolle als Guide? Was möchtest du deinen Gästen mit auf den Weg geben?  
It’s a job that carries a lot of responsibility….you are taking people into wild, sometimes remote, mountainous terrain, often further outside their comfort zones than they have been before, and your job is to both keep them safe, but ensure they have an amazing time. There’s a lot of character judgement and people management….knowing how to get the best out of each group member as an individual, and as part of their group. That could mean confidence boosting, or occasionally, ego-deflating. It could mean making a decision not to let a group ride a certain section of trail if you think the danger of someone hurting themselves is too high given the skill level and fatigue levels of the group, and dealing with the inevitable disagreement of some of the group that your decision is correct! Most people respect your decision as the guide, after all that is what they are paying for, your knowledge and experience, and hopefully they come away at the end of the day or week having had a trip they will remember for the rest of their lives. There’s a huge amount of job satisfaction gained from seeing smiling faces at the bottom of trails, and people buzzing from the day they’ve had, as well as watching confidence and skill levels grow throughout a week.

Es ist ein Job, der viel Verantwortung mit sich bringt …. Du führst Menschen in wildes, manchmal einsames Berggelände – oft weit außerhalb ihrer Komfortzonen, und dein Job ist es sowohl, sie sicher wieder heim zu bringen, wie auch, Ihnen eine tolle Zeit zu ermöglichen. Das erfordert eine Menge Menschenkenntnis und gute Menschenführung…. Wissen, wie man das Beste aus einer Gruppe Menschen macht – auf der individuellen, wie auf der Gruppen-Ebene. Manchmal heißt das, Selbstvertrauen zu stärken, manchmal das ein oder andere Ego ein wenig abschwächen. Manchmal muss man die Entscheidung treffen, eine Gruppe einen bestimmten Abschnitt nicht fahren zu lassen wenn in Abwägung des Fahr- und Müdigkeitslevels die Gefahr, dass sich jemand verletzt, zu hoch ist – um dann mit dem zwangsläufigen Widerspruch gegen die Richtigkeit der Entscheidung einiger in der Gruppe umzugehen. Die meisten respektieren deine Entscheidungen als Guide, aber genau dafür –  dein Wissen und deine Erfahrung –  haben sie ja auch gezahlt. Und hoffentlich steht am Ende des Tages oder der Woche ein Trip, den sie für den Rest ihres Lebens erinnern.
Es bringt eine riesengroße Menge an „Job-Zufriedenheit“ mit sich, wenn man am Ende der Trails in lauter lachende Gesichter sieht und die Teilnehmer von ihrem wundervollen Tag schwärmen hört – aber auch, zu beobachten, wie Selbstvertrauen und Können im Laufe einer Woche wachsen.

„Andes Pacifico Enduro“ in Chile, „Yak Attack in Nepal“, „Trail exploring“ in Peru – das sind ziemlich exotische Bikedestinationen und Rennevent von denen die meisten von uns wahrscheinlich noch nie gehört haben. Wie bekommst du solche Ideen und entdeckst solche Veranstaltungen?
I hear about them on social media, websites or magazines, or from other people who’ve done them, or I make up my own adventures after spending hours looking at maps! I have a long list of places I’d like to go and events I’d like to experience….this list never gets any smaller, because as soon as I complete one, I hear of several more amazing adventures that I want to go on!

Ich erfahre davon in sozialen Medien, im Internet oder in Magazinen – oder von anderen Leuten, die bereits dort waren. Oder ich baue mir mein eigenes Abenteuer zusammen, nachdem ich Stunden mit Kartenstudium verbracht habe! Ich habe eine lange Liste mit Orten, wo ich unbedingt hin muss, und mit Events, die ich ausprobieren möchte… und diese Liste wird irgendwie nie kürzer, denn sobald ich einen Punkt darauf abgehakt habe, höre ich von weiteren tollen Unternehmungen, zu denen ich dann auch noch möchte.

[Fotos: Gary Perkin, Sven Martin]

Wie bereitest du dich auf solche Bike-Reisen vor? Hast du ein paar Tipps für andere Frauen, die so etwas auch gerne mal wagen würden?
Just go for it! If you want it enough you will find a way to make it happen. The hardest part is being brave enough to sign up or commit to doing something, but once you have, you have a goal to aim for! Make a budget and save gradually, well-ahead of time for big things. Speak to people on forums who have done the events or trips before to get as much information to help in your planning and preparation as possible. Spend hours looking at maps and planning details if you’re planning your own adventure (I love doing this!). Make spreadsheets or ticklists of things you need to do and timescales for them. Train accordingly! The mental part you just have to deal with when you get started…but I’ve found it is only when we push our bodies and minds beyond what we think they can do, that we find what we are truly capable of, and most people are surprised by how much tougher they are than they thought! Women especially, and certainly many of the ones I’ve met, are amazingly mentally tough, tougher than many men. And whilst they may not be physically as strong, many big challenges come down to mental endurance and a willingness to just get on with things and keep going, and I believe this is where many women’s strengths lie.

Mach es einfach! Wenn du es wirklich willst, wirst du einen Weg finden, um es wahr werden zu lassen. Der schwierigste Teil ist, mutig genug zu sein, um sich wirklich anzumelden oder sich selbst in die Pflicht zu nehmen es zu tun. Sobald das geschafft ist, hast du ein Ziel auf das du hinarbeiten kannst. Mache einen Finanzplan und spare frühzeitig und kontinuierlich für die großen Pläne. Spreche mit anderen, die bereits dort oder dabei waren, um vorab so viele Infos wie möglich zu sammeln, die dir beim Planen und der Vorbereitung helfen. Brüte stundenlang über Karten und der Detailplanung, wenn du selbst etwas auf die Beine stellst (ich liebe das!). Erstell dir Aufgabenlisten und Zeitpläne. Trainiere entsprechend! Mit den mentalen Herausforderungen musst du umgehen lernen, wenn es soweit ist – aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass wir erst erfahren, wozu wir wirklich fähig sind, wenn wir körperlich und mental an unsere Grenzen gehen – und die meisten sind überrascht davon, wie viel stärker sie sind als sie eigentlich dachten! Besonders Frauen – ich habe das immer wieder erlebt – sind mental erstaunlich zäh, zäher als viele Männer. Und auch wenn sie vielleicht körperlich nicht so stark sind: Bei vielen Herausforderungen kommt es am Ende auf die mentale Ausdauer an und den Willen einfach weiter zu machen und durchzuhalten, und ich glaube, genau das ist die Stärke von uns Frauen.

Was war für dich bisher die schönste Reise?
It would have to be the float plane trip in the Chilcotin mountains of British Columbia, Canada, which was part of my honeymoon with Gareth. We spent 3 weeks riding in Pemberton, Whistler, Squamish, the Vancouver North Shore, and on Vancouver Island, but the highlight was our 2 day trip further north. Getting dropped by a plane in the middle of nowhere and riding back through beautiful alpine meadows, on an endless flowing ribbon of pristine singletrack, finished off with a sunset barbeque, beers, and swimming in the lake. No human signs or sounds of roads, cars, houses…it was a magical experience in a very special place that I will always remember.

Was ist derzeit noch offen auf deiner „Wunsch-Abenteuer-Liste“?
Too many things to say, and it’s constantly growing! I have some big projects, but as always, finding the balance between making enough money to live on, and having time to do them is tough. At some point I would like to ride off-road, on the most technically interesting and fun route possible, the full length of the Alps…but this is obviously a project that will take a HUGE amount of time to plan, and almost as long to complete, so it’s not on the cards for any time soon! I would also like to bikepack along some of the long-distance trails in North America, explore the Yukon Territory in Canada and also Alaska, and spend more time in Norway….and that’s just to start with!

Viel zu viele – und es wird immer mehr! Ich hab da ein paar große Projekte in Planung, aber wie immer ist es nicht einfach, die richtige Balance zu finden zwischen genug Geld zum Leben zu verdienen und genug Zeit dafür zu haben.
Irgendwann möchte ich offroad auf der technisch interessantesten und spaßigsten Route die komplette Länge der Alpen abfahren. Aber das ist ganz offensichtlich ein Projekt, das eine RIESEN Menge an Zeit für die Planung ebenso wie für die Umsetzung beanspruchen wird und von daher für absehbare Zeit nicht ganz oben steht. Ich würde auch gerne auf den Langstrecken-Trails in Nordamerika „Bikepacken“ gehen, das Yukon Territory in Kanada erforschen und ebenso Alaska, und ich möchte mehr Zeit in Norwegen verbringen …. Und das ist nur der Anfang!

[Fotos: Matty Simpson, Ben Jones, privat]

Verrätst du uns noch: Welches Bike fährst du, in welchem Setup?
I ride a beautiful carbon Juliana Roubion…she’s amazing and an absolute dream to ride! I’m very proud to be an ambassador for Juliana Bicycles, and I’ve been riding the Roubion since the first prototype model in 2012. This year I’m also excited to be supported by Hope Technology, and to be one of their #Hopetechwomen.
I run a 150mm Rockshox Pike fork, 150mm Fox Factory Float X shock, 150mm Rockshox Reverb, and Sram XO1 1 x 11 speed derailleur. Everything else on my bike is from Hope. So I’m running Tech 3 E4 brakes with 180mm rotors, Hope bars and grips, headset, Hope cranks, bottom bracket, chainring and 11-speed cassette, and Hope Tech Enduro wheels with pro 4 hubs….all in custom Purple and Blue, with matching decals and frame protection from Invisiframe. I ride my bike for a living so I love being on a bike that looks and feels great to ride, and gets lots of attention from girls and guys everywhere I go…I’m a very lucky girl!

Du hast es gerade erwähnt: Du wirst von ein paar Firmen unterstützt und bist Teil des „Juliana Botschafterinnen-Teams“. Wie kam das? Was genau machst du als „Botschafterin“? Und wie wichtig ist das für dich?
I guess being in the right place at the right time! I was lucky to be guiding for Ash Smith of Trans Provence, when he struck up a sponsorship deal for the race with Santa Cruz, just at the time when Juliana Bicycles was being relaunched as a sister company. I enquired about getting a deal on buying a bike and was offered a role as ambassador which was amazing! That was 3 years ago and since then I’ve loved spreading the word about how fantastic the bikes are to the many people I come into contact with from around the World during the course of my work or travels. I think it’s a really exciting time to be involved in Women’s Mountain Biking right now. Encouraging more girls onto bikes, showing them how much fun riding can be and that they too can go on adventures with friends, enter races, use bikes as a way of travelling and exploring, or whatever! Biking has given me so much, and to be able to share this with others so that they too could experience some of the joy I have found from being involved in the sport, is really important to me, and the best part of my role as an ambassador.

Welchen Welchen Rat möchtest du anderen Bikerinnen noch mit auf den Weg geben?
Spend time riding with other girls! For me, as someone who spent all my early years of riding going out with all male groups, I think this was the best thing I did for my riding! With the guys, I would always be near the back, trying to keep up on the climbs and descents, and whilst it was always great fun, I didn’t really learn a lot to improve my skills, and my self-confidence in my riding ability was low. I think many girls learn in a different way to guys, and all-girl rides are more supportive, less pressured, and a really fun way to develop your riding confidence and ability level. The majority of my riding is still mostly with guys, but I love getting out with the girls on the trails, and guiding all-women trips too.
Other than this: Take a skills clinic, and get help to get your bike set-up right…both of these will make riding way more fun and enjoyable!

Geh mit anderen Frauen zum Biken! Ich denke, das war das Beste was ich für meine Fahrtechnik tun konnte! Bei den Männern war ich immer am hinteren Ende, musste immer versuchen, dran zu bleiben, bergauf wie bergab, und obwohl auch das Spaß gemacht hat, habe ich meine Biketechnik dabei nie so richtig verbessert und mein Selbstvertrauen in meine Bikekünste war recht gering.
Ich denke viele Frauen lernen anders als Männer, und auf reinen Frauentouren gibt es weniger Druck und dafür mehr gegenseitige Unterstützung – und somit die Möglichkeit, mit viel Spaß dein Bike-Vertrauen und deine -Fertigkeiten zu verbessern.
Auf den meisten meiner Touren bin ich nach wie vor mit Männern unterwegs, aber ich liebe es, mit den Mädels die Trails zu rocken – ebenso wie Ladies-Only-Trips.
Ansonsten: Mach einen Fahrtechnik-Kurs und lass dir beim richtigen Bike Setup helfen – beides wird den Spaß und den Genuss beim Biken deutlich erhöhen!

Und zum Schluß noch die obligatorisch Frage: Wie gefällt dir GIRLSRIDETOO.DE?
I love it! I just wish my German was better so I didn’t have to use Google Translate to understand everything! It’s fantastic to see more women involved in all areas of mountain biking and cycling, and anything that promotes this and inspires more women and girls to ride is a great thing. I love the mix of articles and interviews and seeing photos of so many girls loving being out on their bikes!…Keep up the good work!

[Interview und Übersetzung: Jule]

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