Marathon im Ortler Gebiet? Der Wahnsinn!

23. Juli 2017 | Ina | Rennfieber | Rennberichte,

Anfang Juni wurde der dritte Ortler-Bike Marathon ausgetragen. Als Auftakt für unseren Vinschgau Urlaub genau das richtige! So haben wir das Rennen in der „FUN“ Klasse mal probiert!

Interessant ist, dass eine „Kurzdistanz“ in Südtirol mit 1600hm ausgeschrieben ist, in unseren Gefilden ist das auch mal schnell eine Mitteldistanz. Da eine Woche Vinschgau Urlaub auf dem Plan stand, war für mich schnell klar, dass ich die ganze Woche genießen möchte und das Rennen auf mich wirken lassen möchte. Nach der kleinen Marathon Katastrophe am Achensee fühlten sich die Beine noch nicht wieder nach guter Power an. Auch diesmal waren Freunde mit dabei und Anne fuhr ihren ersten langen Marathon – also begleitete ich sie!

 

Hey, nächster Anstieg geschafft!

Vor dem Start ging es entspannt zu. Die Anfahrt war problemlos und parken war auch kein Problem. Da wir in der FUN Klasse starteten, hatte wir lange Zeit, um uns warm zu fahren. Was ich sehr interessant fand: In der FUN Klasse wurde nicht los gestürmt, als gäbs kein Morgen mehr, sondern lustig gemeinsam gestartet. Wir fuhren durch Glurns und gefühlt war der ganze Ort auf den Beinen (im Verlauf zeigte sich: Das ganze obere Vinschgau war auf den Beinen! Irre!) und machte super Stimmung.

 

 

 

 

 

Juchu – es läuft!

Ich fuhr vorne weg und so kurbelten wir zügig die ersten Höhenmeter nach oben Richtung Reschensee. Hier wurde mir klar: Ina pass auf, dass du bei dem Ausblick nicht vom Radl kippst! Am Reschensee angekommen ging es ne Zeit am See entlang, bevor es dann in eine Waldpassage ging. Das war angenehm – war es doch mittlerweile recht warm geworden! Es ging immer wieder so bisschen hoch und runter dahin „tendenziell bergauf“ und wir machten Höhenmeter um Höhenmeter gut. An einem etwas bissigen Anstieg warteten Jule oben und feuerte uns an. Das war ein tolles Gefühl – hab ich wie Bolle gefreut.

Es folgte eine rauschende Abfahrt und der nächste Anstieg in ziemlicher Hitze. Gerade als ich auf Anne warten wollte, um zu motivreren hörte ich es ganz laut krachen/knacken/sich schlicht ungesund anhören und ziemliches Schimpfen. Kettenriss na Klasse! Nachdem eine eher abfallende Passage folgte waren wir überzeugt, dass die Feuerwehr ganz bestimmt die Kette ganz bekommen würde, denn niemand um uns herum hatte einen Nieter mit. Hatte ich doch ein Kettenschloss dabei, jedoch keinen Nieter. Ressourcenorientiert gedacht: Die Hälfte zur Behebung der Panne hatten wir mit.  Also dahin rollen und hoffen, dass die bestimmt nen Werkzeugkoffer oder sonst was da haben, um alles zu beheben. Die Herren in rot für die Streckenabsicherung schauten uns nett an, hatten aber leider nichts dabei. Kurze Fluchminute war ok, aber dann gab es keine Zeit mehr zu fluchen, eine Lösung musste schließlich her. Also nachgedacht: Kettennieter fehlt, Schloss hätten wir….. ne Lösung fehlt uns immer noch. Hätte ich doch mal nen Schrauberkurs gemacht – Ze fix Ina….., was machen wir Mädels dann nun?

Verpflegung mit Aussicht

 

Und dann kam ein flotter Abfahrer samt Rucksack auf einem sehr leicht aussenden Hardtail daher, schlüpfte gerade unter der Absperrung durch und  hatte ne Deutschland Fahne auf dem Oberrohr kleben…….DIE IDDE……. – ha den quatsch ich gleich an! Der Name ist uns unbekannt – daher Mc Gyver für uns – und sagte: „Kettenriss und Kettenschloss dabei? Gar kein Problem!“. Zack sprang er vom Radl und so schnell konnten wir gar nicht schauen, hatte er das defekte Glied raus und das Schloss rein. „Gscheit nei treten Mädels!“ – Bei dem Anblick der Oberschenkel meinte ich ob er dies nicht mit voller Power für uns tun könne. Gesagt getan. Wir atmeten durch, er packte seine Sachen, wünschte uns noch viel Spaß und weg war er. Leider haben wir ihn im Ziel nicht mehr auf einen Cappuchino getroffen – nochmals hier: Danke!

Wo geht´s weiter?

Wir fuhren also wieder gut gelaunt weiter, hoch, rechts links, Trails, Trails, Trails – Staub, Überholmanöver, atemberaubende Aussichten und Kuchen bei der Verpflegung. Herz was willst du mehr?! Das Rennen schien sich dem Ende zu neigen, es warteten noch ein paar bissig-gemeine Anstiege. Diese, die man keinesfalls mehr am Ende auf der To Do Liste hat.

 

 

 

Ich quatschte Anne so lange zu, dass sie keine Chance hatte abzusteigen und so biss Anne kämpferisch jeden steilen Schnapper hoch. Im Windschatten ging es dann Richtung Ziel auf einer Schotter/Teerpassage, die mir schön die Oberschenkel aufgeblasen hat. Wir kamen nach guten 4 Stunden im Ziel an. Völlig berauscht von dem tollen Rennen plapperte ich gleich weiter. Denn das genialste für mich: Hey die Beine sind zurück. Drittes Rennen, in drei Wochen mit einem Ettappennlauf und einem verkorksten Marathon. Alle guten Dinge sind wohl drei =)

Ich war glücklich im Ziel, hatte nen tollen Tag, einen alternativen Marathon und eines ist sicher: Ich komme zurück. Ein so wunderschöner Marathon mit Trails, bissigen Anstiegen und Aussicht, unzähligen begeisterten Zuschauen, die anfeuern. Ein Tal, dass komplett auf den Beinen ist und einfach nur gute Laune versprüht! Weiter so!

Was für ein Gefühl! Ich liebe es!

 

Nicht zu vergessen ist, wer es möglich macht, dass wir solche phantastischen Erlebnisse haben können und dürfen. Wir dürfen seit Jahren auf Unterstützung von verschiedenen Partnern zählen,die uns toll finden, wie wir sind und uns genau bei solchen Erfahrungen Top Unterstützung bieten: Sponsor Food für die richtige Versorgung, HIRZL für den richtigen Gripp bergauf, bergab, beim Trail und auf langen Passagen und vorallem DOWE. Ohne gute Radkleidung bei einem Mountainbike Marathon kann man nicht lang im Sattel sitzen. Danke!

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