Paar-„weiser“ Bikespaß

15. Januar 2016 | Andrea | Aus unserem Bike-Alltag |

BLOG1In den letzten Monaten habe ich den einen oder anderen Artikel zum Thema „Wie man als Pärchen gemeinsam Spaß auf Tour haben kann“ gelesen. Und mit jedem neuen Beziehungstipp wuchs in mir der Wunsch nach einer Gegendarstellung. Was mich besonders an den vermeintlich gutgemeinten Ratschlägen störte? Als erstes einmal, dass grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass ein gemeinsames Hobby Streit und Konfliktpotential hervorruft und zum zweiten, dass der Mann ständig als egoistisches Sportfanatiker hingestellt wird.

Ich bin der weibliche Part in unserem Bike-Pärchen und somit der vermeintlich schwächere Teil, aber hey, ich find‘s super und für mich gibt es nichts schöneres als jede freie Minute gemeinsam mit meinem Mann zu biken. Hier meine 10 Gründe, warum das so ist.

Der Mann ist ein Mann, damit ist er uns Frauen physiologisch von Haus aus überlegen. Das bringt aber eine ganze Menge Vorteile mit sich:

  1. Zunächst wirst du nie frierend auf einem Gipfel stehen und auf ihn warten müssen, weil er immer vor dir oben ist. Im Idealfall steht dann auch schon das herbeigesehnte Erfrischungsgetränk bereit.
  2. Mal ehrlich, wer Mountainbike oder Rennrad fährt, egal welchen Geschlechtes, will besser werden. Sei es, um das Lieblingsrennen beim nächsten Mal schneller zu schaffen oder einfach um den verhassten Hausberg einmal ohne Schieben zu bewältigen. Dafür bedarf es Training, Training und nochmals Training. Welchen besseren Partner kann es dafür geben, als einen, der fitter als man selbst? Die eigene Leistung steigert sich so ganz automatisch mit.
  3. Wenn ich aufs Rad steige, will ich vor allem eins: mich auspowern, den Kopf frei kriegen. Nach Reden ist mir da eher nicht. Da das Tempo in einem gemischten Doppel stets in einem sportlichen Bereich liegt, habe ich auch gar keine Luft mehr dazu.
  4. Durch sein breiteres Kreuz liefert dir dein Partner stets einen passableren Windschatten als jede Freundin. Und durch das höhere Tempo, das er im Wind hinlegt, ist die Feierabendrunde auch viel schneller vorbei.
  5. Da es sein Ego nie zulassen würde, sich in deinen Windschatten zu begeben, hast du diesen Bonus quasi immer bei jeder Tour.
  6. Bergab hat er durch sein höheres Gewicht natürlich auch einen Vorteil und hängt dich locker ab. Eventuell hat er aber auch die bessere Technik, und wenn du im Sichtabstand hinterher fährst, lässt sich jede Menge davon abgucken. Ich finde es ehrlich gesagt immer sehr hilfreich, wenn ich sehe, dass ein Absatz oder eine Kurve fahrbar ist und traue mir das dann eher zu. Und es gibt die Vereinbarung zwischen uns, dass an Stellen, wo „Gefahr für Leib und Leben“ herrscht, angehalten und gerufen wird.
  7. Da ich kein wirkliches Interesse für das Innenleben meiner Räder aufbringe, bin ich heilfroh, immer einen Mechaniker an meiner Seite zu haben, der mir im Notfall den Reifen flickt und daheim stets die ungeliebte Bike-Wäsche übernimmt.
  8. In der Zeit kann ich dann was leckeres kochen und da tut sich ein weiterer Vorteil eines sportlichen Partners auf: er ißt Gemüse, ganz freiwillig. Man muss ihm nur ein paar Studien über die leistungssteigernde Wirkung des jeweiligen Grünzeugs vorlegen und schon ist er Feuer und Flamme für die gesunde Küche.
  9. Wenn ich nach einem Rennen oder einer langen Tagestour k.o. und ausgelaugt bin, ist es toll, einen Chauffeur an meiner Seite zu haben, der noch fit genug zum Auto fahren ist.
  10. Die Wochenend- und Urlaubsplanung gestaltet sich viel einfacher mit einer gemeinsamen Leidenschaft, als wenn beide getrennten Hobbys nachgehen würden. Die konträre Horrorvorstellung: ein im Fußballverein spielender Ehemann.

Ich denke mir oftmals eher: „Der arme Mann, der so viel Verständnis für seine sportelnde Partnerin aufbringt!“. Vielleicht sollten wir Mädels  ab und zu einmal Rücksicht nehmen und uns ein bisschen mehr anstrengen, damit unser Partner nicht den Spaß an gemeinsamen Ausfahrten verliert.

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