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05. August 2018 | Conny | Aus unserem Bike-Alltag |

„KABUMS UND ZEFIX“!

Genau dieses „kabums und zefix“ ist mit Sicherheit jedem schon mal passiert und es gibt viele verschiedene Gründe, warum man von jetzt auf gleich für bestimmte oder auch unbestimmte Zeit seiner sportlichen Passion nicht mehr nachgehen kann. Bei mir war’s ein Skiunfall, sozusagen ein Ausweichmanöver der besonderen Art. Naja zerschellt am Fels nennt sich das. Die Rede ist von meinem Handgelenk und zum Glück nur das Handgelenk, also Glück im Unglück. Nun denkt man im ersten Moment, kein Problem, in vier Wochen ist alles wieder paletti. Dann kommt der Arzt und sagt „Nö, dauert mindestens ein Jahr“! Spätestens jetzt kommt ein riesen großes Loch, sozusagen ein Krater in den man kopfüber im freien Fall stürzt. Viel zu oft stellt man sich die Frage – warum. Doch es hilft alles nichts, daher lautet meine Antwort „Aufstehen und die Herausforderung annehmen“.

An diesem Punkt zu stehen und zu wissen, dass es nicht mehr wird wie es war ist sehr hart. Aber genau an diesem Punkt heißt es für das Mögliche alles Machbare zu tun. In kleinsten Schritten hat mich meine auf Hände spezialisierte Ergotherapeutin behandelt und trainiert. Zu Beginn waren die Schmerzen tagsüber wie nachts ziemlich stark und die Bewegung gleich null, aber mit der Zeit, der Heilung und des Trainings wurde es immer besser.

Ja, es wirft einen extrem zurück und ja man fühlt sich auch manchmal ausgegrenzt und nicht mehr zugehörig, aber genau hier beginnt das Leben in einer anderen Facette. Egal welche Verletzung oder welchen Grund es gibt, warum ihr eure Leidenschaft im Moment nicht mehr ausleben könnt, es gibt Wege zurück zu kommen und sich dieser schweren Situation zu stellen.

Stellt euch vor, ich bin in diesem wundervollen und extrem lustigen Kern Team. Sie denken ab und zu an mich, auch wenn ich meilenweit weg von der Sache und dem Geschehen war und noch bin. Von daher bin ich sehr, sehr stolz auf mein Team Fahrerinnen und vor allem auf mich und meinen Körper, der eine unglaubliche Regenerationsleistung absolviert hat und immer noch absolviert.

Momentan fehlt mir noch die Kraft und Stabilität. Deshalb darf ich nur ein paar Minuten auf dem Asphalt rollen, um zu schauen, ob die kleinen Knöchelchen im Handgelenk der Belastung und Erschütterung standhalten. Aber ob ihr es glaubt oder nicht, ich bin so verdammt glücklich, dass ich wieder mit dem Rad fahren darf, der Wind durch meine Haare weht, die Stollenreifen auf dem Asphalt surren und all das gibt mir Hoffnung und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Ausserdem sieht man viel mehr, da man die Landschaft, die Düfte und die anderen Menschen und Tiefe viel intensiver wahrnimmt als sonst. Von daher – Kopf hoch an alle da draußen und man sieht sich!

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