5-Gipfeltour im Bayrischen Wald

In dieser Rubrik stellen wir Euch die Lieblingstouren unserer Mädels vor. Heute gibt’s mal wieder eine der Lieblingstouren von Steffi im Bayrischen Wald. Das Schöne an der Tour: Sie ist in mindestens 10 von 12 Monaten im Jahr fahrbar!

IMG_3103Nachdem in diesem Winter der Schnee ja so ein wenig auf sich warten lässt habe ich für die Weihnachtsferien bei meiner Familie zuhause neben den Ski (die Hoffnung stirbt zuletzt) auch mein Mountainbike eingepackt. Und siehe da, am 24. 12. ist das Wetter, dass man es sich schöner nicht wünschen könnte: strahlend blauer Himmel ohne eine einzige Wolke und milde 12°C.  Perfekt also für eine Trailtour im Bayrischen Wald.

Start der Tour ist das kleine Pumpenhäuschen am Fuße des Grandsberg. Von dort aus geht es erst einmal 300hm über die steile Teerstraße nach oben bis zu einem großen Wanderparkplatz (wer keine Lust auf die Teerstraße hat kann auch hier oben parken). Von hier aus folgt man der Beschilderung in Richtung Hirschenstein. Der Weg ist eine breite Forststraße die bei Schnee der Zubringer zum lokalen Loipensystem ist; da die Straße aber gleichzeitig Winterwanderweg ist darf man auch bei Schnee hier entlang radeln (wichtig für alle Fatbike-Fans die diese Tour im Schnee machen wollen 😉 ).
Nach etwa 500m kommt man an der sog. Diensthütte vorbei an der es mehrere Wegkreuzungen gibt. Die Tour läuft hier links an der Hütte vorbei, und an der nächsten Weggabelung halten wir uns wieder links (Richtung Schopf, Rettenbach). Nach weiteren 100m Forststraße zweigt nach links ein Waldweg ab (Schopf, Mühlgrabenweg). Dieser führt idyllisch auf dem Bergrücken des Schopf  bis zu dessen bewaldeten Gipfel mit Gipfelkreuz. Leider ist der einst schöne Ausblick seit Jahren zugewachsen, aber der Trail der hier startet ist super 😉
IMG_3118Wir folgen der Beschilderung in Richtung Kloster Konzell „steiler Weg“. Der Trail ist am Anfang stark verblockt und die ersten 20m sind eigentlich nur bei Trockenheit vernünftig fahrbar. Danach wird der Trail offener und flowiger; in schnellen Kurven windet er sich durch den dichten Wald. Irgendwann weitet sich der Weg und mündet in einen Rückeweg. Hier halten wir uns rechts und folgen dem Rückweg bis zur Asphaltstraße. Nun geht es ein paar Meter auf der Asphaltstraße bergab, vorbei am Kloster Konzell in dem früher ein Kinderheim untergebracht war. Kurz nach dem Kloster biegt ein Wanderweg nach rechts oben von der Straße ab (Richtung Rettenbach), hier heißt es Schwung mitnehmen! Der Wanderweg führt nun bergauf-bergab weiter durch den Wald bis man bei einer Brücke wieder auf eine Asphaltstraße trifft. Wir folgen dieser über die Brücke und danach bergauf bis Rettenbach. Von hier aus geht es dann weiter in Richtung St. Englmar/Predigtstuhl. Ich empfehle den Wanderweg am Ortsausgang von Rettenbach zu nehmen, der welcher am Gut Schmelmerhof startet ist sakrisch steil (führt aber auch ans Ziel). Der Wanderweg geht stets bergauf dahin, bietet aber immer wieder fantastische Ausblicke über den vorderen Bayrischen Wald bis in den Gäuboden hinunter, bei gutem Wetter kann man sogar die Silhouette der Alpen bewundern.
IMG_3110Nach einiger Zeit mündet der Wanderweg dann wieder in eine bergabführende Asphaltstraße: wir sind im Englmarer Stadtteil Glashütt angekommen. Als auf der linken Seite das Tor des Landschulheims auftaucht halten wir uns scharf links, auf der Beschilderung ist nach wie vor der Predigtstuhl ausgeschrieben. Es geht extrem steil (keine Sorge, nicht allzu lange) zuerst auf Asphalt und dann auf Schotter bergauf bis wir eine breite Forststraße erreichen (welche im Winter ebenfalls als Loipe genutzt wird). Wir folgen ihr linker Hand sanft bergab um die malträtierten Oberschenkel zu regenerieren bis zum offiziellen Loipenparkplatz Markbuchen. Hier ist nun seit ein paar Jahren ein offizieller Mountainbike-Stützpunkt in Bayern. Mir ist es hier schon einige Male passiert dass ich Nachwuchs-Teams beim Training getroffen habe. Während ich mit meinem Enduro stark schnaufend den Berg raufgestrampelt bin, kamen die Jungs und Mädels mit einem Affenzahn und locker plaudernd an mir vorbei…das sind dann diese Momente in denen man sich unglaublich alt und unfit fühlt. Egal, weiter geht’s!
Wir überqueren die Hauptstraße in Richtung des Wanderparkplatzes auf der anderen Straßenseite um zum Pröller zu kommen. Der Gipfel ist gut ausgeschildert, die Auffahrt ist relativ flach, nur kurz unter dem Gipfel kommen einige kurze steilere Stücke.  Vom Gipfel hat man eine richtig schöne Aussicht nach Westen über den Wald. Genau in Richtung dieser Aussicht beginnt dann auch der Trail, anfangs typisch bayrischer Wald-like verblockt, danach steil und eng in Kehren in Richtung Skipiste. Ab dem Ausstieg des Skilifts folgt man noch ein paar Meter der Skipiste bis man auf den Pröller-Rundweg trifft.
Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten die Tour weiterzuführen. Die die noch genug Körner haben folgen dem Weg nach rechts und machen den Rundweg komplett (hier gibt es auch noch den oder anderen wunderschönen Trailabschnitt, allerdings warten dann auch noch 200hm mehr). Alle anderen fahren nach links und zurück zum Loipenparkplatz (keine Sorge, sind auch etwa 100hm bergauf). Am Loipenparkplatz folge ich der Asphaltstraße hoch auf den nächsten Berg, den Predigtstuhl. Der Gipfel ist hier durch die auffälligen Felsformationen besonders schön. Hier gibt es auch den ersten offiziellen Bike-Trail in St. Englmar, mit dem kreativen Namen „Single-Trail“. Naja immerhin gibt es ihn, an den Namen dürfen die Englmarer noch ein wenig arbeiten…

Wenn’s schon einen offiziellen MTB-Weg gibt wird der dann natürlich auch gefahren. Der Trail ist nicht schwer zu fahren, auf weichem Waldboden zieht er sich in zahmen Kurven nach unten. Die Herausforderung liegt hier mehr in der Geschwindigkeit in der man den Weg nimmt. Ich kann ihn auf jeden Fall empfehlen! Danach geht’s den selben Weg nochmal hoch auf den Pröller und dann weiter in Richtung Knogel, dem Hausberg der Englmarer. Zuerst ein schmaler Trail mit großen Granitfelsen und Wurzeln, danach wieder ein Forstweg (Achtung Loipe). Der Waldweg zum Knogl zweigt nach einigen Metern links ab.

Auch der Knogel weiß mit einer schönen Aussicht sowie mit einer kleinen Schutzhütte zu überzeugen. Hier kann man auf der kleinen sonnigen Terrasse super Brotzeit machen (vorausgesetzt man hat daran gedacht sich etwas einzupacken.. hatte ich natürlich nicht). Danach geht’s weiter wobei wir uns rechts halten, immer in Richtung Hirschenstein. Nach ein paar Metern Singletrail erreichen wir wieder den Forstweg der sich immer auf dem Bergrücken dahinzieht (ist ziemlich cool, weil man ständig rechts und links Aussicht hat). Schließlich spuckt einen der Weg bei dem alten Gasthaus Ödwies wieder aus. Hier biegen wir an der Kreuzung rechts ab und folgen dem Weg in Richtung Hirschenstein. Wer keine Lust mehr hat auf einen weiteren Gipfel, kann ab Ödwies auch dem Mühlgrabenweg bis zum Schuhfleck folgen (zwei blaue Wellen auf weißem Grund).

Der Hirschenstein ist mit seinen 1098m der höchste Gipfel der Tour und bietet auf seinem 7m hohen Aussichtsturm einen genialen Rundumblick über den Bayrischen Wald bis zu den Alpen.

Für die Abfahrt gibt es wieder zwei Möglichkeiten: die eine ist der Weg in Richtung Rauher Kulm /Kalteck bis dieser den Mühlgrabenweg kreuzt (zwei blaue Wellen auf weißem Grund) und dann dem Mühlgrabenweg rechts bis zum Schuhfleck weiter folgen. Die zweite Möglichkeit ist der Anfangs sehr verblockte, steile, direkte Wanderweg zum Schuhfleck. Allerdings ist dieser Weg bei Wanderern sehr beliebt und sollte daher an belebten Tagen eher gemieden werden. Vom Schuhfleck aus folgt man weiter dem Mühlgrabenweg in Richtung Schopf, bis der Weg den 9er Wanderweg (Richtung Rettenbach) kreuzt. Hier folgt man dem Wanderweg steil bergauf wieder in Richtung Schopf. Oben auf dem Rücken angekommen biegt man nach links ab und folgt ein paar Meter dem Weg den wir vorhin auf den Schopf hinaufgefahren sind, bis der Windberger Pilgerweg nach rechts abzweigt. Diesem folgen wir bis zum Grandsberg und dann weiter bis er uns schließlich untern am Pumpenhäuschen wieder ausspuckt.

Das Schöne an dieser Tour ist, dass man sie je nach Bedarf abkürzen oder erweitern kann. Wer weniger Höhenmeter machen möchte lässt einfach die Runde über den Pröller und den Singletrail am Predigtstuhl weg. Und wem zum Schluss die Kraft ausgeht kann auch bequem vom Schuhfleck weg die Forststraße zurück zum Grandsberg nehmen.

Eckdaten der Tour:

  • Kilometer: ca. 34
  • Höhenmeter: 1500 (ohne Pröller: 1200, ohne Singletrail Predigtstuhl 1000)
  • Dauer: 5h
  • Empfohlenes Fahrrad: Marathon- oder Allmountain-Fully
  • Fahrtechnik: S2 (Singletrailskala)

 

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