12 Stunden im Kreis fahren? Immer auf dem gleichen Kurs? Kann sowas überhaupt Spaß machen?

Wir starten als 4er Team bei den 12 Stunden von Schnaittach. Unser Team ist eine ungewöhnliche Konstellation: unserer Teamfahrerin Diana als Bergabqueen, Julia als Friendfahrerin von GirlsRideToo und Mama einer kleinen Tochter, Annabell einer Freundin und ebenso Mama eines kleinen Sohnes und ich, Teamfahrerin Ina, die eher aus der Marathonfraktion kommt und als Diesellock gilt.

Ich fahre bereits am Freitagnachmittag nach Schnaittach und suche mir am Rennplatz einen (kostenlosen) Platz für mein Zelt. Die Atmosphäre ist sichtlich entspannt und es ist ein munteres Treiben aus Kettensurren und Streckenbesichtigung. Nachdem ich mich etwas eingerichtet habe, gehe ich auch auf Streckenbesichtigung:

Trail, Trail, Trail!

Trail, Trail, Trail!

Der erste Anstieg wartet gleich nach der Wechselzone und führt über Schotter auf das einzige Teerstück in der Strecke: über die Brücke, die uns in den Wald bringt. yHier um 90 Grad um die Kurve und eine schnelle Schotterabfahrt und ab da beginnt immer wieder der Trailspaß.

Eine wahnsinnig schöne Strecke begrüßt mich und ich verfahre mich gleich vor lauter Freude in der Dämmerung. Kurz vor der endgültigen Dunkelheit bin ich an meinem Zelt und schlüpfe in meinen Schlafsack.

Herrje freue ich mich auf morgen!

 Während ich seelenruhig meinem Schlaf nachgehen kann, werden beide Mütter von ihren Kindern auf Trapp gehalten, denn beide sind krank.
Welch Landschaft, die Dämmerung kommt und gleich wirds dunkel!

Welch Landschaft, die Dämmerung kommt und gleich wirds dunkel!

Besonders Julia muss mehrmals nachts mit ihrer kleinen Tochter aufstehen – und steht trotzdem pünktlich am Renntag vor meinem Zelt. Mich haben gegen 4:30 Uhr die ersten geweckt, da hier großes Kettensurren 2.0 sowie Streckenbesichtigungen begannen – hallo?! Mitten in der Nacht? Mir war ausruhen wichtiger und so dreht ich mich um, bis die Mädels gegen 6:45 Uhr am Start/Zielbereich ankamen.

 

Diana weckte mich mit einem sehr guten und sehr starken schwarzen Tee, den wir auch gleich an die anderen beiden weiter gaben. Es gab noch ein kurzes Müsli und ein Briefing meinerseits zur Strecke.

Um 7:30 Uhr war Start und wer fuhr bei uns die erste Runde? Diana! Unsere Bergabprinzessin. Zu spät und seelenruhig, schiebt Sie sich in die Erste Startreihe zu den hufenscharrenden Lycrawürstln.

Das Rennen startet.

Die Reihenfolge hatten wir zwar grob im Kopf, aber vielmehr ging es uns darum, dass jede das beiträgt, was von den Kräften her ging. So waren wir flexibel ob eine 1, 2, oder sogar 3 Runden fahren wollte. Verwunderte Gesichter gab es besonders dann, wenn eine durch den Wechselbereich schoss, weil die Beine einfach weiter wollten. Wir drehten Runde um Runde und hatten sichtlich Spaß!

One Team!

One Team!

Ich wurde als Diesellock benannt und wollte gegen Nachmittag eher auf 3 Runden umstellen, da meine Beine sich super anfühlten.

Kaum bog ich die ersten hundert Meter auf die Strecke ab, da kam er, der Platzregen und damit eine so schlechte Sicht, dass ich auf der ersten Schotterabfahrt keine 100 Meter mehr weit sehen konnte. Die Strecke verwandelte sich binnen weniger Minuten zu einer einzigen Schlammschlacht mit unzähligen Bächen, die alle Trails unsichtbar machten.

In einem Team überlegt man dann, was sinnig ist. Ich verabschiedete mich von 3 Runden, weil es für mich einfach auf dem technischen Kurs zu anstrengend war so lange zu fahren.

Schlacmmschlacht!

Schlammschlacht!

Unsere drei Traildamen machten im Vergleich zu allen Teams Minute über Minute bergab gut – unser Element war gekommen. Bevor ich jedoch erneut in die Schlammschlacht teilnehmen konnte, wurde das Rennen abgebrochen. Eigentlich wurde die Strecke entschärft und alle Biker auf das Wetter und die Herausforderung der Strecke und somit einer angepassten Fahrweise hingewiesen. Jedoch gab es leider einen sehr schweren Sturz, woraufhin das Rennen abgebrochen werden musste.

Fazit des Rennens:

Der Trailanteil auf der Strecke ist so hoch, dass sich viele Veranstalter ein Beispiel nehmen sollten. Die Strecke war sehr abwechslungsreich und so schön, dass jede Runde sehr viel Spaß gemacht hat.

Für uns war klar das Motto „Ein Team müsst ihr sein!“ Die Erfahrung zu machen, dass man als bunt gemischtes Team an den Start geht und „egal was“ erreichen kann, ist eine wunderbare.

Aus Sicht der Einzelnen ist dies das Fazit:

Julia hat Spaß, Spaß, Spaß

Julia hat Spaß, Spaß, Spaß

Julia: „Diese 12 Stunden können wir im nächsten Jahr auch mit der Hälfte an Essen

Annabell im Rennmodus bevor der Regen kam

Annabell im Rennmodus bevor der Regen kam

(Hauptbestandteile: Kuchen, Gummibärchen, Nudeln mit Ketchup) und Kleidung bestreiten. Großartige Nachbarn sorgten mit komödiantischen Einlagen für viel Spaß. Ein sehr kurzweiliger Tag mit toller Organisation.“

 

Annabell: „Sehr schönes Event mit super Stimmung, top Organisation und einem tollen Team. Nächstes Jahr gerne wieder, nur ohne Rennabbruch“.

Diana: „12 Stunden hört sich wirklich gruselig an. Vor allem, wenn man mit einem All-Mountain einen Marathon fährt. Diese Strecke war jedoch wirklich mega cool. Hätte ich nur auf Schotter und Teer elendige Anstiege machen müssen, wärs eher eine Qual gewesen. Tolle Veranstaltung, tolle Strecke.“

Diana Richtung Trail - ihr Element

Diana Richtung Trail – ihr Element

Ina: „12 Stunden im Kreis fahren kann schnell viel Langeweile bedeuten, wenn der Kurs keinerlei Abwechslung hat. Die Trails waren der Wahnsinn und haben super viel Spaß gemacht. Für mich war es ein toller Tag in einem tollen

Ina gibt bergauf nochmal Gas

Ina gibt bergauf nochmal Gas

Team, dass bewiesen hat, dass Podestplätze, neue Bestzeiten und Leistung nicht alles ist. 2017 komme ich wieder!“

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