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    07.02.2012 12:25 Uhr

    Februar: Anna Weiss

     

    Anna gibt grad richtig Gas - und reißt uns mit ihrer Begeisterung und Motivation einfach mit. Die niederbayerische Herzblutbikerin "leitet die Operation Kurvenreich" (O-Ton Anna ;-)) - keine leichte Aufgabe, aber wenn es jemanden gelingen kann, dann ihr! "Operation Kurvenreich" - großes Fragezeichen? Mehr dazu verrät sie euch im Interview. Und Achtung: Ihr seid die Allerersten, die davon erfahren ...!

    Anna, wie bist du zum Mountainbiken gekommen?

    Durch Jan und Hepp.

     

    Was ist für dich das Schönste am Biken, das Besondere im Vergleich zu anderen Sportarten?

    Es ist so wahnsinnig vielseitig. Man kann alleine biken oder gemeinsam, zur Entspannung oder für den Kick. Kann damit unberührte Landschaften genauso erkunden wie Hochhausschluchten. Das Bike ist einfach mein liebstes Transportmittel.

     

    Was war dein schönstes Bike-Erlebnis? Und dein schlimmstes?

    Oh, das schönste? Die Beantwortung dieser Frage würde Seiten füllen. Das schlimmste, hm, da gab es einige richtig miese Stürze, die mich manchmal ganz schön zurückgeworfen haben und nach denen ich mich langsam wieder aufrappeln musste.

     

    Du bist bei der World of Mountainbiking als freie Redakteurin tätig. Erzähl mal, was machst du da genau?

    Aktuell? Handschuhe testen, mich auf unseren Testtrip ins Vinschgau freuen und einen Haufen Organisationsarbeit erledigen.

     

    Wie bist du zur „WOMB“ gekommen?

    Ich habe als Übersetzerin angefangen und dann den männlichen Redaktionsteil mit weiblichem Charme geschickt infiltriert:-)

     

    Ab März wird die WOMB einen umfangreichen redaktionellen Teil speziell für Bikerinnen haben. War das deine Idee?

    Die Idee entstand im Umgang mit Kundinnen auf meinen Touren als Guide. Da bekommt man Informationen aus erster Hand, erfährt, wo der Schuh bei den Damen drückt, was sie interessiert oder ärgert. Frauen unterschätzen sich ja gern. Nichtzuletzt bin ich ja auch eine Frau und sah den Informationsbedarf durch die gängigen Magazine einfach nicht gedeckt.

     

    Was ist euer Ziel, was wollt ihr mit diesen Spezialangebot erreichen?

    Ein Magazin herauszugeben, in dem Frauen nicht über Federgabeln hinwegblättern müssen, weil ihnen das nötige Hintergrundwissen fehlt. Wir wollen, dass die Mädels sich auf den "Unisex"-Seiten ebenso zuhause fühlen wie im "Kurvenreich". Um Frauen damit mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln! Geht selbst zum Händler und sagt, welches Bike ihr wollt, ihr wisst jetzt, was Überstandshöhe bedeutet! Wir wollen ihnen im wahrsten Sinne des Wortes das Werkzeug in die Hand drücken, um auch mal selbst eine Reparatur vorzunehmen; sie ermutigen, auch beim Biken neue Dinge auszuprobieren und sich Zeit dabei zu lassen. Wir Frauen meinen ja oft, alles innerhalb kürzester Zeit lernen zu müssen. Und einen symbolischen weiblichen Ansprechpartner bieten, wenn kein realer vorhanden ist. Zu guter Letzt soll es natürlich vor allem ein Magazin sein, das man gerne liest, weil man jedes Mal wieder gespannt ist, was die Mädels und Jungs von der WOMB wohl dieses Mal aus dem Hut zaubern. 

     

    Es haben sich ja bereits mehrere Bike-Magazine mit eigenen Lady-Seiten versucht und weitgehend wieder eingestellt. Was ist das besondere an euren Seiten, inwiefern unterscheiden sich diese von dem Angebot, das es bisher gab?

    Der Unterschied ist sicher, das wir völlig unkonventionellen Content bieten können, der auch WIRKLICH von Frauen für Frauen erarbeitet wird. Wir haben das Glück, dass unsere Chefetage uns bei der Themenwahl völlig freie Hand lässt - und das merkt man! Wir können uns völlig unbefangen zusammensetzen und überlegen, was uns, unsere Freundinnen und Leserinnen interessen könnte und wie wir ihnen den bestmöglichen Nutzwert (z.B.  dass wir Technikthemen so aufbereiten, dass jede(r) sie versteht/ dass wir auch No-Ladies-Bikes auf Mädelskompatibilität testen) und die spannendste Unterhaltung bieten könnten. Da laufen schon mal heiße Diskussionen, jede von uns ist sehr kritisch. Und: bei uns sitzt nicht nur eine, seit Jahren immer gleiche Frauengestalt, sondern mehrere frische Mädels, die zudem aus völlig unterschiedlichen Disziplinen kommen; damit findet bei uns jede Leserin ihre kompetente Ansprechpartnerin. Du, Jule, bist unsere topfitte Rennexpertin, Maria und Bine bedienen unter anderem die wilden Weiber der Downhillszene, ich selbst bin eher die Touren-Tante; genau wie Sissi, die mit ihren frechen Texten das Salz in die Suppe bringt.  

    KURVENREICH ist der neue Name für die neuen Seiten. Klingt cool! Aber wie in aller Welt seid ihr da drauf gekommen?
    Damenwelt? Ladies World? Femmes fatales? Passt alles nicht zu uns. In der Mädelsrunde haben wir uns die Köpfe zerbrochen, wie wir uns wohl nennen könnten. Und wer trifft dann den Nagel auf den Kopf?! Andi, männlich, ein Kollege von Sissi, findet beim Brainstorming den perfekten Namen für uns: KURVENREICH! Der Name passt nicht nur zur weiblichen Anatomie, sondern auch zu unserem "BeREICH" im Heft und dann auch noch zu unserer Lieblingsbeschäftigung: Was gibt es Besseres als Kurve um Kurve Trails zu surfen?! 

    Bist du für das KURVENREICH inhaltlich verantwortlich – oder was genau sind deine Aufgaben dabei?

    Am Ende bin ich für den Inhalt verantwortlich, bei mir laufen die Fäden zusammen. Ich halte den Kontakt zur Industrie und überlege mir zusammen mit den Jugns Aufhänger für die folgenden Ausgaben. Ansonsten wird unter uns Mädels das meiste ganz demokratisch entschieden.

     

    Du hast die ein kleines Redaktionsteam zusammengestellt (zu dem glücklicherweise auch ich gehören darf ;-)): Wie bist du hier vorgegangen, nach welchen Kriterien hast du die Frauen ausgewählt?

    Mir war besonders wichtig, dass alles professionell abläuft und sich niemand als Individuum profilieren will. Und da hast du mit deiner Homepage Girls Ride Too den eindeutigen Beweis genauso erbracht wie Bine und Maria mit Flowsister. Sissi als alte Häsin in der Sportindustrie war ebenfalls ein Glücksgriff. Ich wollte, dass alle die Begeisterung mitbringen, so etwas wie den "Kurvenreich"-Geist zu entfachen und mit einem Augenzwinkern den Ernst aus dem technokratischen Fachchinesisch zu scheuchen!

     

    Haben alle gleich zugesagt oder musstest du kräftig Überzeugungsarbeit leisten?

    Lange haben sie sich nicht geziert, meine Damen :-) alle waren von vornherein von der Idee begeistert. Die einhellige Meinung war, dass es einfach immer mehr Bikerinnen gibt, derer man sich annehmen muss. Wieso sonst gibt es Männer- und Frauenzeitschriften? Frauen lesen anders als Männer, sie schauen auch mal über den Felgenrand hinaus und nehmen sich nicht so furchtbar ernst. Was außerdem richtig motivierend war, war die Antwort der Industrie auf das Unternehmen "Kurvenreich". "Wie, da sitzt jetzt WIRKLICH eine F-R-A-U, die die Mädelsseiten managed?! Wunderbar, wir brauchen eh eine (Print-)Plattform, auf der wir unsere Produkte präsentieren können!"

     

    Gönn uns mal einen Blick hinter die Kulissen: Wie entsteht so ein Redaktionsplan und wie ist der Prozess, bis aus dem Plan dann wirklich Artikel und ein fertiges Heft werden.

    Eine Ausgabe zu erstellen dauert ca. 4 - 5 Wochen. Da sind zum einen die immer gleichen Kategorien wie Trailtested Bikes, Trailtested Produkte. Da wird bereits ein Jahr vorher festgelegt, welche Kategorien wann getestet werden (wie jetzt z.B. All Mountains in der 04er Ausgabe). Die Sachen werden sorgfältig getestet (man möchte gar nicht glauben, wie pingelig Männer - und insbesondere unser Chefredakteur Hansl - sein können!), Photos werden geschossen und das Testprotokoll in ein leserliches Deutsch gebracht.  Ansonsten gibt es einen Seitenplan, der jeden Monat neu erarbeitet wird und bei dem man sich natürlich an der Jahreszeit und aktuellen Trends (ich sag nur 650b!) orientiert. Dabei greifen wir auf einen Pool aus Inhalten zurück, die zum einen von unserer Redaktion und zum anderen von freien Redakteuren geliefert werden. Anschließend gehen die Dokumente weiter an unsere Grafiker von WhyEx. Zuletzt werden die InDesigns von unserer Lektorin überprüft. Nach Druckabgabe wird dann erstmal ein Bier aufgemacht!

     

    Wie ist das im Redaktionsteam der WOMB: Bist du da die einzige Frau?

    Nein. Es gibt auch noch Lena, unseren betagte Redaktionsdobermanndame.

     

    Und wie empfindest du die Zusammenarbeit mit den männlichen Kollegen? Werden Bikerinnen dort immer (so) ernst genommen (wie du das gerne hättest) oder herrschen auch dort noch die gängigen Klischees?

    Natürlich lassen die Jungs keinen Spruch aus:-) ansonsten finden sie mehr Weiblichkeit im Heft ganz amüsant und helfen, wo sie können. Der Renner, man möchte es kaum glauben: Mamma Maria's Schwangerschaftsblog. Ich glaube, man darf BikerINNEN auch nicht zu ernst nehmen oder zwischen den Geschlechtern allzu sehr trennen, sonst wird die ganze Geschichte verkrampft. Etwas Geplänkel hin oder her schadet sicher nicht dem Gesamtkonzept. Und eigentlich demonstrieren sie ja schon mit dem Abdrucken des "Kurvenreichs", dass sie uns Bikerinnen ernst nehmen.

     

    Machst du das bei der WOMB hauptberuflich?

    Nein. Dafür mit sehr viel Herzblut.

     

    Bist du auch immer noch als Transalp-Guide beschäftigt?  

    Ja. Ich finde das auch sehr wichtig, ich will den Austausch mit Bikerinnen jeglicher Facon! Ich fände es schrecklich, nur im Büro zu sitzen und keinen realen Bezug mehr zu haben. Man verliert angesichts sagenhafter Testbikes und toller Testklamotten ja leicht die Bindung zur Bikerin, die erst mal ein Jahr sparen muss, bevor sie sich ein neues Bike für € 1500,- leisten kann.

     

    Wie lässt sich das zeitlich vereinbaren: Dein Job als Flugbegleiterin, die Redaktionstätigkeit, das Guiding?

    Gar nicht so einfach manchmal, da geht schon viel Zeit drauf. Organisation, Improvisation und gute Freunde, die einem schon mal aus der Patsche helfen, heißen die Zauberwörter.

     

    Was gefällt dir am Besten an deinem Job bei der WOMB?

    Der Facettenreichtum! Selbst in Technikthemen einzutauchen, Klatsch und Tratsch aus der Bikeszene, während der Arbeitszeit biken gehen zu können - und natürlich meine Kollegen!

     

    Welches Bike fährst du „privat“ – in welchem Setup?

    Das bikegewordene Frauenklischee, pink mit blauen Komponenten. Es hat noch keinen Namen. Gabel: 32 Fox Talas 150mm. Dämpfer: Fox Float. Bremsen: Hope X2 (die wahrscheinlich schönste Bremse, die es gibt!). Was ich außerdem nie mehr missen möchte und jeder Frau empfehlen würde: die absenkbare RockShox Reverb und super sticky Flat Pedals von Acros.

     

    Hast du ein Lieblings- Bikerevier?

    Schwierige Frage! Wenn man das Glück hat, so viel herumzukommen wie ich, wechselt das ständig. Eigentlich gefällt es mir immer dort am besten, wo ich gerade bin. Für mich macht nicht nur die Qualität der Trails ein Bikerevier aus, sondern auch das ganze Drumherum, die Leute, das Essen, die Landschaft. An Kalifornien liebe ich das Unverkrampfte, dort treffen sich pünktlich um fünf die Manager auf dem Parkplatz, ziehen den Anzug aus und die Shorts über. Das, gemeinsam mit hervorragend gebauten Trails und so manchem Postkartenblick auf den Pazifik ist schon was Besonderes. Aber genau so liebe ich es, irgendwelche Hirtenpfade und Abseits-Routen in Europa zu entdecken, dort ist alles viel authentischer. Vielleicht ist mein Lieblingsbikerevier der Bayerische Wald. Dort bin ich wirklich "daheim" und ich freue mich nach längeren Reisen immer sehr, auf meinen feinen, vom Massentourismus übersehenen Trails unterwegs zu sein. Heimat hat schon einen ganz eigenen Zauber.

     

    Du hast dir mal eine längere Zeit Urlaub in Bolivien / Peru gegönnt: Warst du dort auch beim Biken? Falls ja, wie war das, erzähl mal!

    Recht interessant. Wie wahrscheinlich jeder, der La Paz besucht, wollten Holger und ich die sagenumwobene "Death Road", eine 64km lange Straße, die vom 4700m hohen Pass La Cumbre ins tropische Yolosa führt, befahren. "Worlds most dangerous road" ist ein Marketing-Geniestreich des amerikanischen Gründers von Gravity Bolivia, DER Guiding-Firma La Paz'. Tagtäglich shuttled er unzählige Touristen auf die inzwischen für den PKW-Verkehr gesperrte Straße, die für LKW-Fahrer mit Gegenverkehr manchmal tödlich war, für Biker allerdings selbst für Anfänger super zu bewältigen ist (es sei denn man hat Höhenangst). Wir entschieden uns deshalb für einen günstigen lokalen Anbieter. Mit dem Ausgang, dass wir beide den Guide schlussendlich nach einem Sturz verarzten mussten.  Das Material - ohne Kommentar. Weil das Gelände rund um La Paz aber eine echte Verheißung ist, konnten wir nicht umhin, tags darauf bei Gravity Bolivia für eine Unsumme einen Eintagestrip zu buchen. Der war unvergesslich! Gutes Material, professionelle Organisation, anständig geschulte Guides, und haarsträubend geile Trails in einer Landschaft, an der man sich nicht sattsehen kann. Fünf Sterne deluxe, absolut empfehlenswert!!! (hm. Wenn ich darüber nachdenke, gehört dieser Satz in die Antwort zu Frage 3:-)

     

    Welchen Rat/welche Tipps möchtest du anderen Bikerinnen mit auf den Weg geben?

    Ich plädiere für mehr Abenteuer am Berg! Biken kann auch ungewaschen Spaß machen! Zelttouren, Hüttentouren, Biwaktouren… an solche Erlebnisse erinnert man sich noch nach Jahren. Gleichzeitig ist Sicherheit in den Bergen ein Riesenthema. Macht einen Erste-Hilfe-Refresher! Lernt anständig Kartenlesen! Tragt bergtaugliche Schuhe! Informiert euch über die Wetterbedingungen! Flickt eure Reifen selber!

     

    Wie gefällt dir GIRLSRIDETOO.DE (ganz ehrlich ;-))?

    Ich find die Seite ganz ehrlich super. Besonders, wie viel Mühe ihr euch immer wieder gebt, Nutzwert für die Leserinnen zu generieren. Um nur mal die Vorstellung der Ladies Bikes zu nennen.

     

     

    Kurzportrait:

    Anna Weiß, 24 Jahre

    Leiterin der Operation "Kurvenreich" im World of Mountainbiking Magazin


    Kommentare

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    An na

    Mittwoch, 08-02-12 10:27

    Super Sache, Hut ab wie du das alles machst.

     

    Antje Richter aus Deggendorf

    Dienstag, 07-02-12 20:07

    Anna meinen Glückwunsch - weiter so - ich bin begeistert. LG

     
     

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