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    17.08.2009 11:09 Alter: 1 Jahre

    August: Karen Eller

     

    Karen ist DAS Gesicht von uns Bikerinnen in der Öffentlichkeit und wir haben ihr viel zu verdanken. Schließlich hat sie als eine der ersten das Bewusstsein von Industrie und Medien auf unsere spezifischen Bedürfnisse gelenkt.

    Seit vielen Jahren können wir Sie dabei stets mehr als aktiv erleben - sei es als gern fotografiertes Fotomodell, bei ihren rasenmäher-Camps, als Autorin der Mädelsseiten in der Bike, als Rennfahrerin oder eben als Kopf des Contessa-Teams, das wir hier auch kurz näher vorstellen wollen. "Nebenbei" ist sie jetzt auch noch zum zweiten Mal Mutter geworden ....

    Karen, wie bist du zum Mountainbiken gekommen?
    Ich bin eigentlich schon immer Rennrad gefahren; da die Berge mein ein und alles sind, habe ich auch schon immer großen Bezug zu Ihnen gehabt; bin aber meist zu Fuß da hoch. Irgendwann hat mein Bruder mich überredet, mal ein Mountainbike auszuprobieren. Und da hats mich gleich gepackt.

    Was ist für dich das Schönste am Biken, das Besondere im Vergleich zu anderen Sportarten?
    Das Schönste ist die Nähe zur Natur, zu den Bergen, und man kann es recht unkompliziert machen; muß nicht immer an spezielle Locations fahren oder den perfekten Schnee abwarten, wie beim Skifahren; Berge stehen einfach da und man kann sich aussuchen wohin – ob ich jemad treffen will oder eher alleine biken möchte. Den Sport kann ich unabhängig von irgendjemand auch sehr gut alleine machen; ich bike sogar ganz ehrlich manchmal sehr gern allein. Gerne mag ich gerade beim Downhill auch das bisschen Adrenalin, seine Grenzen auszuloten und die Geschwindigkeit und meinen eigenen Mut zu spüren, wenn ich ihn mal habe…

    Was war dein schönstes Bike-Erlebnis? Und dein schlimmstes?
    Zu den schönsten Bikeerlebnissen gehört sicherlich das BC Bike Race in Kanada 2006; mein erstes Etappenrennen wieder nach der Geburt meiner Tochter. Meine Partnerin ist kurz vorm Start ausgefallen wegen Blinddarm und ich musste das Rennen alleine bestreiten über 7 Tage, komplett allein im Zelt und nur unter Kanadiern-eine völlig neue Erfahrung und ich war der Ursprünglichkeit der Natur Kanadas so nahe…konnte es voll und ganz genießen, da ich ja eh außerhalb der Wertung fuhr.
    Ein schlimmes Bikeerlebnis hab ich eigentlich nicht. Vielleicht Transalp 2000, als ich mich komplett mit meiner Partnerin zerstritten habe.

    Du bist DAS Gesicht der Mountainbikerinnen und Botschafterin der ersten Stunde für die Belange von Bikerinnen. Erzähl mal, wie ist es dazu gekommen?
    Ich hab einfach immer nur das in diesem Sport gemacht, woran ich auch selber geglaubt habe. Das hat mir wohl die Überzeugungskraft gegeben, die ich bei meinen Sponsoren brauchte. Und ich war ehrlich zu mir selbst und hab in mich reingehört; das hat mir ganz einfach verständlich gemacht, wie es wohl anderen Bikerinnen auch geht. Und ich habe mich da auch nie aus dem Konzept bringen lassen von den männlichen Bikekollegen aus der Industrie, Presse oder Bikekumpels….

    Du fährst seit Jahren für Scott und hast hier das Contessa-Programm mit-initiiert. Was können wir uns da drunter vorstellen und was genau ist dabei deine Aufgabe und Rolle?
    Es gibt mittlerweile viele Frauen, die den Bikesport mit Leidenschaft und regelmäßig betreiben. Aber es gibt eben weniger Frauen, die auch gern Wettkämpfe bestreiten. Viele Frauen biken einfach gerne zusammen, aber müssen sich nicht unbedingt aneinander oder mit der Uhr messen. Das Contessa Team ist ein Frauenteam, das keinen Wettkampfgedanken hat oder dem Druck der Sponsoren ausgesetzt ist, Wettkämpfe bestreiten zu müssen. Das Team besteht aus Frauen, die alle einen mehr oder weniger normalen Job ausüben und einfach gerne biken. Unter Frauen oder auch mit Männern – völlig egal. Sie biken alle gut, haben aber unterschiedliche Vorlieben - die eine fährt am liebsten hoch, die andere am liebsten runter, die nächste dropt am liebsten im Bikepark; aber sie machen eigentlich alle alles mit. Und fahren auch hin und wieder mal ein Rennen. Downhill, Marathon oder 4X.
    Zu diesen Mädels passt die Contessa Linie von Scott! Und diese tragen sie! Ich manage (ein saublödes Wort) das Team, bzw. halte das Team zusammen. Das Contessa Team ist auf großen Bikeevents präsent, bietet ein Bike-Programm für andere Bikerinnen an und ist auch Teil des weiblichen Trainer-Teams der rasenmäher Bike Camps.

    Und was ist die Zielsetzung ganz speziell für „dein“ Contessa-Team?
    Soviel wie möglich miteinander und auch mit anderen Frauen zu biken, andere Bikerinnen zu motivieren und weiter zu bringen in diesem Sport.

    Wenn man euch „Contessas“ sieht, hat man immer das Gefühl, ihr habt mächtig Spaß miteinander. Seid ihr richtig befreundet miteinander? Was für Aktivitäten unternehmt ihr zusammen und wie häufig seht ihr euch überhaupt?
    Wir haben Riesen Spaß zusammen, vor allem auf dem Bike; wir sind im normalen Leben nicht viel zusammen aber wenn wir uns treffen, ist es superschön und macht sehr viel Spaß. Alle gehen rücksichtsvoll und sehr liebevoll miteinander um. Als Annette nach ihrem Autounfall so schlimm verletzt war, hielten wir alle ganz fest zu ihr. Als ich meine zweite Schwangerschaft hatte, sprangen die Mädels wo es nur ging, für mich ein.

    Sicher interessiert es einige unserer Besucherinnen brennend: Wie wird man eine Contessa? Sucht ihr hier auch immer mal wieder neue Frauen und falls ja, wie erfährt man davon und was muss man tun/haben/sein?
    Oh ja, wir sind sehr offen für neue Contessas im Team! Wer meint, genau das ist es, soll sich einfach bei uns melden unter karen(at)dierasenmaeher.de.

    Du bist jetzt ganz frisch zum zweiten Mal Mutter geworden, nach wie vor als Fotomodell sehr aktiv und betreibst ja auch noch zusammen mit Holger „die rasenmäher“ mit zahlreichen Kursen und Camps – um nur einige deiner Aktivitäten zu nennen: Wie bringst du das alles zeitlich unter einen Hut?
    Das weiß ich selber manchmal nicht; man entwickelt ungeahnte Energie und Organisationstalent, wenn einem der Sport so ans Herz gewachsen ist. Und meine Kinder haben ehrlich gesagt einen supertollen Papa, der extrem daran interessiert ist, dass ich meine Tätigkeiten weiter mache und der dafür auch gern mal selbst zurücksteckt. So wie ich bei ihm halt auch…

    Eines deiner erfolgreichsten Camps ist immer wieder das „Bike & Yoga-Camp“: Was meinst du, warum passen diese zwei Aktivitäten so gut zusammen und sprechen so viele Frauen an?
    Biken steht für Adrenalin, Anstrengung aber auch gutes Körpergefühl und Sportlichkeit – Yoga steht für Entspannung, sanfte Anstrengung, Dehnung der gestressten Muskulatur der Bikerinnen und fördert auch ein gutes Körpergefühl. Beides zusammen lässt die Teilnehmerinnen dieses Camps nach den Tagen aussehen, wie nach 3 Wochen Urlaub – das fällt mir immer wieder auf und erklärt eigentlich warum das so gut zusammen passt. (Ich habe auch mal wieder ein Bike & Yoga Camp bitternötig!)

    Du bist ja auch viele Jahre sehr erfolgreich MTB-Rennen gefahren: Tobt das Rennfieber manchmal noch in dir und kannst du dir vorstellen, noch mal an den Start zu gehen?
    Oh ja, ich könnte mir vorstellen, noch mal das BC Bike Race zu fahren – aber einfach so, z.B. mit Holger. Transalp – glaub eher nicht, ist so stressig geworden; meine wertvolle Freizeit verbringe ich lieber auf guten anspruchsvollen Trails, als über Monate Trainingskilomter zu bolzen.

    Welchen Rat/welche Tipps möchtest du anderen Bikerinnen mit auf den Weg geben?
    Manchmal tut eine Pause vom Biken ganz gut; dann ist eine völlig neue Motivation da und man schafft plötzlich Dinge auf dem Bike, die man sich vorher nicht zugetraut hätte.
    Eine gute Fahrtechnik ist sehr wichtig, da man sich dann ein positives Downhill-Erlebnis schaffen kann. Hochfahren und km schaffen ist das eine am Biken und gibt einem sicherlich ein sehr gutes Körpergefühl, aber runterfahren können, technische Passagen sauber meistern zu können, gibt einem sehr sehr viel Selbstbewusstsein.

    Wie gefällt dir GIRLSRIDETOO.DE (ganz ehrlich ;-))?
    Super! Ich finds sehr gut, dass Bikerinnen die Möglichkeit haben, sich auszutauschen. Und ich höre ganz viel positives Feedback über Eure Seite von den Teilnehmerinnen meiner Camps.

    Selbstportrait Karen:
    Karen Eller, 41 Jahre (manchmal fragen mich 40 jährige Bikerinnen, ob sie nicht zu alt für ein Women Camp wären….)

    Mich interessieren vor allem meine 2 Kinder Leni und Lois, die Bikeszene - die ist eigentlich mein Zuhause, da hab ich meine besten Freunde und Kumpels-mein Freund der Holger und das Mountainbiken. Ich freue mich, dass meine Sponsoren Scott, Oakley, Giro, RockShox und Ergon so hinter mir stehen. Sie ermöglichen mir, all meine Ideen zum Mountainbikesport umzusetzen. Meine zweite oder vielleicht auch erste große Leidenschaft ist das Skifahren. Da versuche ich soviel Tage im Winter mit Holger zusammen zu verbringen, wie wir im Sommer getrennt verbringen….Außerdem kümmere ich mich im Winter um das Völkl Women Attiva Team. Ich habe 1993 mit dem biken angefangen; habe 1997 meine ersten Sponsor gehabt; das war ein Radladen in Hamburg und Globetrotter. Mein erster richtiger Bikesponsor war Cannondale; 2000 bin ich zu Scott gewechselt.

    Meine größten Erfolge waren wohl die Transalp Challenge - die habe ich zweimal im Women Team und einmal im Mixed Team gewonnen. Den Transrockies Challenge in Kanada habe ich 2004 gewonnen im Women Team.

    2005 kam Leni zur Welt und 2009 der Lois-das waren eigentlich meine zwei größten Siege!

    Ich freue mich, noch viele Bikerinnen in meinen Camps zu noch besseren Bikerinnen machen zu können.

    Website: www.dierasenmaeher.de

     


    Kommentare

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    mella aus Allgäu

    Dienstag, 18-08-09 16:25

    Ich hatte das unglaublich große Glück, Karen und die Contessa-Mädels beim Bike Camp kennenlernen zu dürfen. Ich bin restlos begeistert! Mir fehlen die Worte, es war ein unvergessliches Erlebnis. Ich habe sooo viel mitgenommen, fahrtechnisch, menschlich - wahnsinn!

    Der Spaß, den die Mädels vermitteln, steckt an! Größte Hochachtung, vor allem an die chilligen Eltern Karen und Holger - DANKE für alles!

     
     

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