Elegante Cowboys ... äh, -girls
Dass Angst-bewältigen zusammen auch eine Menge Spaß machen kann, zeigte sich auf unseren 4 Mut-tut-gut-Workshops, die wir diesem Sommer gemeinsam mit der Mental-Trainerin Petra Müssig durchgeführt haben.
Viel zu lange halte ich euch schon den Bericht von den drei weiteren Mut-tut-gut-Terminen, die im Sommer nach unserem Pilot-Tag in Oberammergau noch mit großem Erfolg stattgefunden haben, vor. Dabei habe ich es mir sogar besonders einfach gemacht und mir gedacht, ich lasse - zur Abwechslung ;-) - mal andere sprechen:
"Mut tut gut... Angst nicht!
Viele haben das schon gespürt, als sie auf dem Mountainbike saßen und gerne über einen abschüssigen, wurzeligen Pfad gefahren wären, sich aber einfach nicht getraut haben. Auch ich gehöre zu den Frauen, deren Herz in solchen Situationen schnell mal in die Hose rutscht, anstatt beherzt in der Brust weiter zu schlagen. Doch wie ich erleichtert fest stellen konnte, bin ich damit nicht alleine! 9 sportliche Frauen, ausgerüstet mit Bike und allem was dazu gehört, trafen sich am herbstlichen 12. September am Parkplatz „Erzgruben“ bei Burgberg. Petra und Karin, die das Seminar organisiert haben, verbreiten mit ihrer herzlichen Begrüßung sofort fröhliche und erwartungsfreudige Stimmung, auch wenn - zumindest bei mir - die Skepsis groß ist, ob mir das „Mut tut gut“- Training wirklich helfen kann, meine Ängste auf dem Bike zu überwinden.Wir lassen uns auf großen Steinen nieder, die von den Organisatorinnen liebevoll mit warmen Decken gepolstert wurden, um uns kennen zu lernen und die Ausgangssituation jeder einzelnen zu besprechen. „Mann,“ denke ich, „die sind ja alle ganz schön sportlich ambitioniert, da kann ich ja nie mit halten.“ Aber wie ich im Laufe des Tages feststellen werde, ist das wieder nur die (unbegründete) Angst, die in meinem Herzen spricht. Petra berichtet uns über die Entstehung von Angst. Wir erfahren, wie wichtig Atmen, Atmen und Atmen ist, um unsere Muskeln und unser Gehirn in stressigen Situationen zu entspannen. Erfolgreiches Lernen von Bewegungsabläufen findet in kleinen Häppchen statt. Herausforderung darf und soll dabei sein, doch Überforderung blockiert den Fortschritt. So wird klar, dass wir auf einer Biketour, bei der wir gestresst den Herren der Schöpfung hinterher hecheln, nicht wirklich etwas dazu lernen. Ich beginne zu verstehen, wieso ich im Laufe der Jahre nur recht überschaubare Fortschritte auf dem Bike gemacht habe.
Bald geht’s dann auch schon aufs Bike. Wir üben, im Kreis fahrend und uns gegenseitig Tennisbälle in die Hand gebend, unseren Blick vorausschauend über den Boden gleiten zu lassen. Die Übung macht mir Spaß und ich beginne langsam, mich zu entspannen. Die nächste Übung heißt Vordergabel anheben und über immer größer werdende Stöcke zu fahren. Unser fahrerisches Können ist breiter gefächert, als ich anfangs dachte. Doch alle haben wir unsere Herausforderungen, die wir im Laufe des Tages meistern wollen und werden.
Dann geht’s in den Wald. Hinter dem Parkplatz liegt ein Rundkurs, der hervorragend für uns geeignet ist. Wurzeltrail, auf und ab, zwei lang gezogene Treppen, eine fiese Kurve mit Wurzeln und einem Baumstumpf in der Mitte, steile Rampen, enge Kurven und einiges mehr, was das ambitionierte Bikerherz höher schlagen lässt.
Mein Herz nicht! Mein alter „Freund“ die Angst ist wieder da und mir wird fast schlecht als Petra vorschlägt, ich solle die kürzere der beiden Treppen runter fahren. „No way!“ denke ich. Nie im Leben werde ich mich das trauen, auch wenn ich es fahrtechnisch vielleicht könnte. Doch Petra ist geduldig mit uns. Kneifen ist jederzeit erlaubt. So schaue ich erst mal den mutigeren zu und sehe, wie auch andere Frauen mit den gleichen Schwierigkeiten kämpfen, wie ich. Petra gibt Hilfestellung, hilft beim Aufsteigen, hält einen sicher am Arm, so dass Stürze quasi ausgeschlossen sind. „Na gut!“ denke ich, passieren kann eigentlich nichts und verlieren kann ich auch nichts. Ich habe vorher im Kurs ja schon gelernt, nicht zu lange auf die Stelle die mir Angst macht zu starren und schaffe es, mich mit Atmen zu entspannen. Ich wage es und Petra hilft mir.
„Geil! Der Hammer! Ich hab’s gepackt!“ War gar nicht so schlimm, ganz im Gegenteil! Gleich noch mal und wieder geht alles glatt. Ähnlich ergeht es meinen Mitstreiterinnen und mir auch in weiteren Situationen. Ich pack die Kurve mit dem blöden Baumstumpf und später noch eine steile Rampe. Stolz und Vergnügen breiten sich in meiner Brust aus. Für Angst ist da kein Platz mehr.
Puh! Mittagspause! Petra tischt leckere Brotzeit auf und nach dem wir uns entspannt haben geht es nach weiterer, erhellender Theorie wieder in den Wald. Wir können - wie zuvor auch schon - frei experimentieren. Petra hilft uns mit mentalen Techniken und Karin, die Fahrtechniktrainerin, gibt Tipps zu Technik und fahrerischem Können. Wir üben in unterschiedlichen Grüppchen, so findet jede von uns ihre persönliche Herausforderung, an der sie sich steigern kann.
Am Nachmittag wechseln wir noch mal den Platz um unseren neu gewonnenen Mut an einer Schotterabfahrt zu testen. Coole Sache. Auch hier gelingt es uns im Großen und Ganzen, sich auf dem Bike stark, schön, elegant oder wie ein Cowboy zu fühlen und nicht abzusteigen und das ganze fiese Ding runter zu schieben.
Die Feedbackrund im Cafe von Burgberg bringts an den Tag. Egal wie unterschiedlich die Schwierigkeitsgrade waren, an denen wir unseren Mut erprobt haben, jede von uns hat von dem Tag profitiert und traut sich nun mehr als vorher - ohne dabei übermütig zu werden oder waghalsige Risiken einzugehen. Schön war es in der Gruppe, die über den Tag mehr und mehr zusammen gewachsen ist. Ein dickes Lob an Petra und Karin, die uns einen besonders wertvollen Bike-Tag bereitet haben.
Vielleicht klingt es übertrieben aber ich glaube, als ich im Flow drei schwierige Stellen am Stück gefahren bin, bei denen mir Petra zuvor geholfen hatte, habe ich zum ersten mal wirklich gespürt, was die Faszination des Mountainbikens eigentlich ausmacht. Wer hätte das gedacht! Ich kann nur sagen, vielen Dank für dieses besondere Erlebnis!"
[Text von Rosi, 18. September 2009]
Einen weiteren tollen "Erlebnisbericht" haben wir im Blog von "Den Krügers" gefunden. Britta war bei unserem Spielberghaus-Termin dabei, der aufgrund des schlechten Wetters am ersten Tag einen sehr intensiven Theorieteil hatte, gefolgt von einem sagenhaft schönen Spätsommertag in den Singletrails rund um dieses kleine Paradies.
Bleibt noch der Termin in Stühlingen, bei dem uns npur-Frau Andrea bestens geführt hat. Auch hier hatten wir nicht nur superviel Spaß bei hochsommerlichen Temperaturen, sondern echte "Aha-Erlebnisse" und viel viel positives Feedback, für das wir euch, liebe Teilnehmerinnen, an dieser Stelle noch einmal herzlich danken wollen!
Wir selbst waren begeistert, WIE gut die Workshops ankamen, welche sichtbaren Erfolge wir dort gleich schon sehen konnten oder uns im Nachhinein berichtet wurden. So manche "Erfolgsgeschichte" hat uns sogar ein wenig die Tränen in die Augen getrieben - so gerührt und glücklich waren wir über das, was wir da lesen durften.
Ich glaube, alleine die Tatsache, dass sich Bikerinnen mal ganz ungezungen und vor allem mit viel Zeit und Geduld für einander ihren kleinen und auch ein wenig größeren Ängsten und Schlüsselstellen widmen konnten, war shcon die halbe Miete. Dazu noch Petra, die eine super angenehme Athmosphäre geschaffen hat, sich wirklich in jede hinein fühlen konnte und stets den richtigen Tipp parat hatte - und das in Kombination mit ihrem umfassenden Fachwissen und Erfahrungsschatz. Ich glaube, das ist eine tolle Kombi, die wir in dieser Form in jedem Fall in nächstem Jahr weiter am Leben halten und aufgrund der vielen vielen Anfragen sogar massiv ausweiten wollen. Petra und ich gehen in den kommenden Wochen mal in die 2010er-Planung und halten euch natürlich auf dem Laufenden sobald es die neuen Termine gibt!
PS: Bevor ich es vergessen, hier auch noch einmal ein dickes Dankeschön an Karin, eine Teilnehmerin aus unserem ersten Workshop in Oberammergau, die so begeistert war, dass sie gleich selbst einen Zusatztermin in ihrer schönen Allgäuer Heimat organisiert hat. Nachdem ich leider an diesem Termin selbst nicht teilnehmen konnte, hat sie dort auch noch GIRLSRIDETOO.DE mehr als würdig vertreten!
PSPS: Ach ja, der Titel dieses Beitrags hat sicher bei vielen von euch das ein oder andere Fragezeichen aufgeworfen. Es handelt sich dabei um eine der Methoden von Petra, bei der es um die innere und äußere Haltung beim Biken geht - und gerade diese beiden "Einstellungen" haben bei so manchen "unserer Mädels" plötzlich für ein ganz neues Fahrgefühl gesorgt....
[Autorin: Jule]










